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Eröffnung des Projektbüros Salzwedel

Offizielle Eröffnung des neuen Büros der Koordinierungsstelle Grünes Band des BUND Sachsen-Anhalt e.V. in Salzwedel am 27.03.13 

Mit der heutigen offiziellen Eröffnung des neuen Büros der Koordinierungsstelle Grünes Band in Salzwedel beschreitet der BUND Sachsen-Anhalt e.V. neue Wege bei der weiteren Projektbearbeitung in der Altmark für dieses bundesweite Leuchtturmprojekt des Naturschutzes. 

„Wir wollen damit ein Zeichen setzen, das deutlich macht, dass sich der BUND Sachsen-Anhalt e.V. auch zukünftig für den Erhalt dieses bundesweit einzigartigen Biotopverbunds einsetzen wird. Dabei ist es gerade hier in der Altmark der an vielen Orten hautnah erlebbare Dreiklang aus Naturschutz, Grenzgeschichte und Kultur, der dieses Projekt so unverwechselbar und einzigartig macht. Dieses Büro soll damit nicht nur Arbeitsstelle, sondern auch gleichzeitig Anlauf- und Informationspunkt für Interessierte und Besucher des Grünen Bandes werden“ so Undine Kurth, Landesvorsitzende des BUND Sachsen-Anhalt e.V. 

„Wir freuen uns darüber, dass so viele Vertreter regionaler Akteure und Partner unserer Einladung gefolgt sind, um auch zukünftig gemeinsam das Projekt Grünes Band hier in der Region weiter zu entwickeln und kritisch zu begleiten. Der BUND Sachsen-Anhalt e.V. wird dabei auch zukünftig ein verlässlicher und kompetenter Partner bleiben, der sich auch insbesondere auf die konstruktive Zusammenarbeit mit den Landwirten am Grünen Band und in der Region, freut“ ergänzend Oliver Wendenkampf als Landesgeschäftsführer. 

Unter der Leitung von Dieter Leupold werden vom diesem Büro aus mehrere neue Projekte in der Altmark bearbeitet werden: 

·         Ine Pentz und Ute Machel sind dabei verantwortlich für die Erstellung eines Offenlandkonzeptes für die Brietzer Teiche und die Salzflora Hoyersburg, zwei Perlen des Naturschutzes am Grünen Band in der Altmark. Mit Hilfe einer Förderung durch das Landesverwaltungsamt soll in den nächsten 15 Monaten ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Grünlandbewirtschaftung in diesen beiden Gebieten erarbeitet werden. Dabei nimmt eine enge Kooperation mit der Landwirtschaft einen wichtigen Stellenwert ein, denn ein Schwerpunkt wird die Entwicklung eines Konzeptes für eine großflächige Beweidung am Grünen Band darstellen. Daneben spielt aber auch die Öffentlichkeitsarbeit mit der Ausarbeitung und Durchführung von Führungen und Veranstaltungen, aber auch Angeboten für Schüler einen wichtigen Raum ein. 

·         Im Rahmen des vom Bundesamtes für Naturschutz (BfN) über das neue Förderprogramm zum Erhalt der Biologischen Vielfalt geförderten Vorhabens „Lückenschluss am Grünen Band“ wird Sina Schröder in den nächsten fünf Jahren modellhaft an mindestens zwei Abschnitten des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt, die größere Lücken im Biotopverbund aufweisen, Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung des Biotopverbunds entwickeln und umsetzen. Ein Abschnitt wird dabei in der Altmark im Raum Kaulitz bis Gollensdorf liegen: hier weist das Grüne Band zum einen Lücken durch intensive Nutzung auf, zum anderen ist der Abschnitt nördlich vom Arendsee durch das Zuwachsen mit Kiefern geprägt, so dass neben der Biotopverbundfunktion auch der Erlebniswert des Grünen Bandes als lebendiges Denkmal der friedlich überwundenen Teilung Deutschlands verloren gegangen ist. 

·         Als weiteres neues Projekt wird Christian Kunz vom Büro Salzwedel aus die Erarbeitung eines FFH-Managementplanes für die Ohreaue koordinieren. Bei diesem, vom Landesverwaltungsamt und Lotto-Toto Sachsen-Anhalt gefördertem Projekt, geht es darum an Hand von umfangreichen Bestandserhebungen den Erhaltungszustand für dieses europäische Schutzgebiet zu erfassen und zu bewerten, um daraus Schlussfolgerungen für die notwendigen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zu ziehen. Die besondere Notwendigkeit hat sich gerade in den letzten Wochen bei den Diskussionen um den Biber in diesem Gebiet gezeigt: ein zentrales Anliegen in diesem Projekt wird es daher sein einen Beitrag für ein vernünftigsn Miteinander zwischen den Interessen des Naturschutzes, die sich aus den Anforderungen des europäischen Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000 ergeben, und den berechtigten Anliegen der Landnutzer und –eigentümer zu leisten. 

Bei allen drei Projekten spielt eine frühzeitige Beteiligung und Einbeziehung aller relevanten Akteure sowie die Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle. 

„Zugleich wird der BUND bei all seinen Aktivitäten zum Schutz des Grünen Bandes den Aspekt einer nachhaltigen Regionalentwicklung nicht aus den Augen verlieren. Gerade die Erfahrungen aus dem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben Erlebnis Grünes Band haben gezeigt welch ungeheures Potenzial und Anziehungskraft das Grüne Band für die Region und ihre Besucher hat. Es freut uns daher außerordentlich, dass der Altmarkkreis Salzwedel die Initiative ergriffen hat, im Rahmen des Regionalbudgets einen Fördermittelantrag für ein Projekt Erlebnis Grünes Band zwischen Elbe und Drömling auf den Weg zu bringen“, so Dieter Leupold. 

Sichtbares Zeichen dieser Entwicklung ist ein ganz aktueller Artikel im Magazin „Landluft“ und der neu herausgegebene Veranstaltungskalender für 2013 für die Landgraben-Dumme-Niederung, der erstmalig eine Vielzahl interessanter Veranstaltungen am Grünen Band zwischen Altmark und Wendland bündelt (s. Pressemappe). 

Neben dem Ausblick auf die neuen Projekte ist es aber auch sinnvoll im Rahmen einer solchen Veranstaltung noch einmal Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen über das bisher Erreichte: 

·         Im Herbst 2000 wurden durch den BUND Sachsen-Anhalt e.V. bundesweit die ersten Flächen am Grünen Band in der Altmark erworben. 

·         Inzwischen sind daraus über 450 ha geworden, mit einem Schwerpunkt in der nördlichen Altmark in der Landgraben-Dumme-Niederung. Bundesweit besitzt der BUND gut 650 ha am Grünen Band. Ein Großteil dieser Flächen wird dabei weiterhin landwirtschaftlich genutzt und der BUND setzt sich dafür ein, dass dies durch attraktive Agrarumweltprogramm in enger Kooperation mit örtlichen Landwirten auch weiter fortgeführt werden kann. 

·         Diese Flächenankäufe bilden zugleich die Grundlage für die Durchführung großflächiger Renaturierungsmaßnahmen in diesem Naturraum. 

·         Die überregionale, oftmals sogar bundesweite Bedeutung dieses Naturraums am Grünen Band für den Arten- und Biotopschutz soll an Hand weniger Beispiele von Projektgebieten des BUND exemplarisch erläutert werden: 

o        Das Cheiner Torfmoor zählt zu einem der am besten erhaltenen Niedermoore in Sachsen-Anhalt mit einer Vielzahl hochgradig gefährdeter Tier- und Pflanzenarten: es beherbergt mit bis zu 4.000 blühenden Exemplaren eine der bedeutendsten Populationen des Breitblättrigen Knabenkrauts in Sachsen-Anhalt. Für den Übersehenen Scheckenfalter (oder auch Torfwiesenscheckenfalter genannt), einer erst 1961 neu beschriebenen Tagfalterart, hat es eine deutschlandweite Verantwortung: diese Art ist akut vom Aussterben bedroht und besitzt im Cheiner Torfmoor am Grünen Band wahrscheinlich seinen bedeutendsten Flugort. 

o        Der Stadtforst Salzwedel zählt mit angrenzenden Wäldern in Niedersachsen zu einem der größten zusammenhängenden unzerschnittenen Feuchtwaldkomplexe in Deutschland mit einer herausragenden Bedeutung für Arten wie Fledermäuse oder Kranich. 

·         Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Projektes Grünes Band war die Durchführung des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens Erlebnis Grünes Band in der Modellregion Elbe-Altmark-Wendland im Zeitraum von 2007-2011. In dieser Zeit gelang es den Fokus von einem reinen Naturschutzprojekt um Aspekte einer Strategie zur nachhaltigen Regionalentwicklung zu erweitern. Der dabei entwickelte Ansatz weist aus Sicht des BUND ein erhebliches Potenzial für die Altmark auf und sollte im Zusammenwirken aller Akteure zukünftig noch sehr viel stärker weiter entwickelt und umgesetzt werden.

Für weitere Rückfragen: 

Dieter Leupold
BUND Sachsen-Anhalt e.V.
Projektleiter Grünes Band
Tel.: 0151/12558830

 

 



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