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Leserbrief zu Artikel:

A-14-Befürworter stehlen den Gegnern die Show (Volksstimme 17.5.2013)

Oh, oh, da hat Matthias Fricke doch wieder einmal etwas gründlich falsch verstanden. Der Protest der BUND VertreterInnen richtet sich NICHT gegen die A 14 (aber das hatte wohl Verkehrsminister Webel und die von ihm heranzitierten A 14 BefürworterInnen auch falsch verstanden), sondern gegen die Anmeldungen des Landes Sachsen-Anhalt zum neuen Bundesverkehrswegeplan.
Von "Show stehlen" kann aus diesem und anderen Gründen, daher mit Nichten die Rede sein.
Die Intransparent, ökologisch und finanzpolitisch unverantwortlich ist: Daher forderte der BUND die Mitglieder des Landtages zu einem Neustart bei den Fernstraßenanmeldungen in Sachsen-Anhalt für den nächsten Bundesverkehrswegeplan auf.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wird zurzeit das größte Infrastrukturprogramm der Bundesrepublik aufgestellt, der Bundesverkehrswegeplan 2015-2030. Bis zum September dieses Jahres melden die Länder beim Bundesverkehrsministerium die Fernstraßen (Bundesautobahnen und Bundesstraßen) an, die dann mit Steuermilliarden aus dem Bundeshaushalt in Sachsen-Anhalt gebaut werden sollen. Knapp 100 Projekte ohne Kostenabschätzung will Landesverkehrsminister Thomas Webel nach Berlin melden.  Dabei werden aber die Bürger nicht (ausreichend) beteiligt, Alternativen nicht geprüft sowie die Umwelt- und Städtebauziele des Bundes nicht umgesetzt. 
Die vergleichende BUND-Studie der Länderanmeldungen belegt: Dass von den Versprechungen „mehr Transparenz, frühe Beteiligung und nachhaltige Verkehrsplanung“  in der Praxis „nichts übrig bleibe.“
„Statt sinnvolle Verkehrsnetze zu planen würden alle Straßenbauwünsche einfach in einer "Wüns Dir Was" - Liste zusammengefasst. Die  Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums wurden missachtet, dass die Vorhaben zur Minderung von Schadstoffen und Klimagasen, zu mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm in den Städten beitragen sollen.

Anders als die nicht finanzierbare Wunschliste des Verkehrsministers Thomas Webel, braucht Sachsen-Anhalt eine Verkehrsträger übergreifende Strategie für nachhaltigen Güterverkehr und Logistik und für nachhaltige Mobilität in den Städten und Regionen, statt auf isolierte Straßenbaumaßnahmen zu setzen nur weil die Straßenbauverwaltungen in ihren Routinen festgefahren sind. Auf Straßenneubau müsse und könne verzichtet werden. Der Erhaltung und die Sanierung der Brücken müsse absoluten Vorrang erhalten. Das Land braucht Innovationen, auch in der Verkehrsplanung.“

Der BUND fordert zeitgleich in Berlin Bundesverkehrsminister Ramsauer auf, diese Anmeldung, falls sie unverändert an ihn gehen sollte an den Absender zurückzuschicken: Sie widerspricht seinen Empfehlungen für eine gute Bürgerbeteiligung,  ist unfinanzierbar und unterläuft die Klimaschutz- und Energieeinsparziele.

Oliver Wendenkampf
- Landesgeschäftsführer -

Tag der offenen Tür in der Franzigmark

BUND zeichnet UFZ-Projekt aus

Am 25.05.2013 laden der BUND Halle-Saalekreis und  die Ökologie-Schule Halle zum Tag der offenen Tür in das Umweltzentrum Franzigmark ein.
Von 11.00 -18.00 Uhr erwarten die Besucherinnen und Besucher ein buntes Programm, viele Informationen und allerlei Leckeres. Ab Trotha fährt zur vollen Stunde ein Bus-Shuttle zur Franzigmark und zurück. Unterstützt werden die Veranstalter dabei u.a. vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle, dessen Projekt PRONAS sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzt und deshalb als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt wird.
Im Beisein von Halles Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand übergibt der BUND die Auszeichnung im Namen des Dekade-Komitees um 15:00 Uhr  im Umweltzentrum Franzigmark. 

Erstmals wird ein Tag der offenen Tür im Umweltzentrum Franzigmark in Verantwortung des BUND-Regionalverbandes Halle-Saalekreis und der Ökologie-Schule Halle-Franzigmark durchgeführt. Der BUND  informiert an mehreren Ständen über aktuelle Projekte zur Wildkatze und Ziegenbeweidung,  die Haselmaus hat ihre Hauptrolle in einer Lesung. T-Shirts und Beutel kann man  bedrucken, es kann gebastelt und gefilzt werden.
Im Tipi-Lager werden Obst- und Gemüsesäfte selbst gepresst, Korn gemahlen und dann am Feuer als Knüppelkuchen gebacken. Mutige probieren sich beim Bogenschießen oder sind beim Kinderschminken dabei.
Der Bergzoo Halle und  teilauto stellen sich vor, dazu demonstriert eine Rettungshundestaffel ihren Einsatz, in einer  Sammlung von Tierpräparaten wird die Artenvielfalt in der Franzigmark deutlich.

Die Ökoschule erläutert mit vielen Experimenten einige ihrer Unterrichtsangebote, es gibt Infos zu Wildbienen und der Honigbiene, schließlich warten die Ziegen und Schafe auf die kleinen Gäste.
Führungen im Gewächshaus und im Schullandheim stehen auf dem Programm, Lehrer können auf Wunsch gleich Termine für Klassenfahrten vereinbaren.
Für das leibliche Wohl wird mit Kaffee und hausgemachtem Kuchen, vegetarischen Happen, Kessel-Wildgulasch, Biosteak und Biowurst vom Grill oder einem Bio-Bier gesorgt. 

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter folgender Nummer zur Verfügung.
Fon 0345 2031002    
V.i.S.d.P. 
Ralf Meyer
BUND-Regionalverband Halle-Saalekreis
Franzigmark 6
06193 Petersberg bei Halle
Ortsteil Morl/Alaune   
mail@bund-halle.de

Hintergründe:

Das Umweltzentrum Franzigmark wird künftig durch den BUND-Regionalverband Halle-Saalekreis betrieben. Auf Grundlage mehrerer Stadtratsbeschlüsse bereitet die Stadt Halle derzeit die Verpachtung des Objektes an den Naturschutzverein vor. 
Seit Juni 2012 ist der BUND bereits im Umweltzentrum aktiv, hat wieder erste Haustiere angeschafft, koordiniert von hier ein Artenschutzprojekt zur Wildkatze, öffnete an mehreren Sonntagen für die Öffentlichkeit und bietet auch wieder Übernachtungen für Kinder- und Jugendgruppen, Schulklassen sowie Privatveranstaltungen an.

Weitere Infos unter:  
www.bund-halle.de  
facebook.com/Franzigmark   

Als eigenständiger Bereich des Schulumweltzentrums Halle Franzigmark bietet die Ökologie-Schule Halle Schulklassen die Möglichkeit, Unterrichtstage, Projekte bis hin zu Projektwochen zu rahmenplanrelevanten ökologischen Themen durchzuführen. Die Ökoschule ist ein vom Kultusministerium anerkannter, außerschulischer Lernort mit handlungsorientierten Lerninhalten. Sie ist eine von sieben Öko-Schulen in Sachsen-Anhalt und wird von der Stadt Halle getragen. Die Lehrkräfte sind vom Land abgeordnete Lehrer verschiedener Schulformen. Die Ökologieschule kooperiert mit dem UFZ im Projekt PRONAS. http://www.oekoschule.franzigmark.de/   

Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg mehr als 1000 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert. http://www.ufz.de/ 

Das Projekt PRONAS

Eine Gruppe von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung-UFZ hat sich das Ziel gestellt, aktuelle Forschungsergebnisse direkt in den Schulunterricht zu integrieren. In diesem Kontext wurde in enger Zusammenarbeit mit Lehrern, Umweltpädagogen und Hochschuldidaktikern unter anderem die Lernsoftware PRONAS entwickelt, die über das Internet kostenfrei genutzt werden kann. PRONAS steht für „PROjektionen der Natur für Schulen“ und zeigt, wie Wissenschaftler an Fragen herangehen, die sich mit dem Einfluss des Klimawandels auf die Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten beschäftigen. Die wissenschaftliche Grundlage liefert ein großes internationales Forschungsprojekt (ALARM), in dem mehr als 250 Forscher aus 36 Ländern Risiken für die Biodiversität untersucht haben. Die Lernsoftware PRONAS enthält Simulationen, virtuelle Exkursionen, interaktive Übungen und Projektideen, die dazu inspirieren, vom Computer in die Natur zu gehen und selbst aktiv zu werden. Ergänzendes Material mit konkreten Unterrichtsbeispielen für Lehrer vermitteln die Wissenschaftler außerdem über ein Buch und spezielle Fortbildungsseminare für Lehrer. 

Dieser Einsatz hat die Juroren des UN-Dekade-Wettbewerbs überzeugt. Am 25. Mai 2013 wird PRONAS als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. BUND und Ökoschule Halle-Franzigmark laden zum „Tag der Offenen Tür“ in das Umweltzentrum Franzigmark ein“ (Franzigmark 6, 06193 Morl), Halles OB Dr. Bernd Wiegand wird um 15 Uhr die Auszeichnung in einem Grußwort würdigen. 

Das Projekt PRONAS wurde gefördert durch die Bundesstiftung Umwelt (DBU). Projektpartner des UFZ sind neben der Ökologieschule Halle die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das Georg-Cantor-Gymnasium Halle, das Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern, das Nationalparkhaus Torfhaus und die Historisch-Ökologische Bildungsstätte Papenburg. 

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Die Auszeichnung dient als Qualitätssiegel und macht den Beteiligten bewusst, dass ihr Einsatz für die lebendige Vielfalt Teil einer weltweiten Strategie ist. Möglichst viele Menschen sollen sich von diesen vorbildlichen Aktivitäten begeistern lassen und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel zu nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden. 

Weitere Informationen:
Dr. Karin Ulbrich
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0345/5585-318
E-Mail: karin.ulbrich@ufz.de 

Weiterführende Links: 
Wettbewerb zur UN-Dekade: www.un-dekade-biologische-vielfalt.de 
PRONAS: www.pronas.ufz.de 

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894). http://www.helmholtz.de  

Ökologisch und finanzpolitisch unverantwortlich, Intransparent: BUND fordert Neustart bei den Fernstraßenanmeldungen in Sachsen-Anhalt für den nächsten Bundesverkehrswegeplan

Magdeburg, 16.5.2013: Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wird zurzeit das größte Infrastrukturprogramm der Bundesrepublik aufgestellt, der Bundesverkehrswegeplan 2015-2030. Bis zum September dieses Jahres melden die Länder beim Bundesverkehrsministerium die Fernstraßen (Bundesautobahnen und Bundesstraßen) an, die dann mit Steuermilliarden aus dem Bundeshaushalt in Sachsen-Anhalt gebaut werden sollen. Knapp 100 Projekte ohne Kostenabschätzung (vgl. das Kurzdossier) will Landesverkehrsminister Thomas Webel nach Berlin melden.  Dabei werden aber die Bürger nicht (ausreichend) beteiligt, Alternativen nicht geprüft sowie die Umwelt- und Städtebauziele des Bundes nicht umgesetzt. 

Für Oliver Wendenkampf (Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen-Anhalt) zeigt die vergleichende BUND-Studie der Länderanmeldungen, dass von den Versprechungen „mehr Transparenz, frühe Beteiligung und nachhaltige Verkehrsplanung“  in der Praxis „nichts übrig bleibe.“ „Statt sinnvolle Verkehrsnetze zu planen würden alle Straßenbauwünsche einfach in einer Liste zusammengefasst. Die  Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums wurden missachtet, dass die Vorhaben zur Minderung von Schadstoffen und Klimagasen, zu mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm in den Städten beitragen sollen. In keinem Falle/nur in ganz wenigen Fällen habe man Alternativen geprüft, obwohl das ausdrücklich verlangt wird.“

(Fakten zur Anmeldung des Landes aus dem Kurzdossier):
Sachsen-Anhalt will auf der Grundlage seiner Homepageveröffentlichung   ganze 94 Projekte anmelden. Das ist unrealistisch und unfinanzierbar.Die Bürger wurden nicht beteiligt. Der BUND fordert Landesverkehrsminister Webel auf, diese Anmeldeliste zurückzuziehen und einen Neustart zum machen für einen realistischen, finanzierbaren und nachhaltigen Infrastrukturplan für Sachsen-Anhalt. Verkehrsexperte Wendenkampf betont, „Sachsen-Anhalt brauche eine Verkehrsträger übergreifende Strategie für nachhaltigen Güterverkehr und Logistik und für nachhaltige Mobilität in den Städten und Regionen, statt auf isolierte Straßenbaumaßnahmen zu setzen nur weil die Straßenbauverwaltungen in ihren Routinen festgefahren sind. Auf Straßenneubau müsse und könne verzichtet werden. Der Erhaltung und die Sanierung der Brücken müsse absoluten Vorrang erhalten. Das Land braucht Innovationen, auch in der Verkehrsplanung.“

Der BUND fordert Verkehrsminister Ramsauer auf, diese Anmeldung, falls sie unverändert an ihn gehen sollte an den Absender zurückzuschicken: „Sie widerspreche seinen Empfehlungen für eine gute Bürgerbeteiligung,  sei unfinanzierbar, unterlaufe die Klimaschutz- und Energieeinsparziele der Bundesregierung und leiste keinen ausreichenden Beitrag zur Verkehrssicherheit und Verbesserung der Lebensqualität in den Städten.“

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064 

die BUND-Berwertung der Straßenbauvorhaben von 13 Bundesländern.

Flankenschutz für das Klima: Neue Kohlekraftwerke gesetzlich verhindern

Wegen der Dauermisere des Europäischen Emissionshandels fordern BUND und DUH ordnungsrechtliche Maßnahmen gegen klimaschädliche Kohlekraftwerke – Gutachten zur Zulässigkeit rechtlicher Optionen vorgestellt

Berlin, 14.5.2013: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) haben rechtliche Instrumente zur Verhinderung des Neubaus von Kohlekraftwerken und zur Begrenzung von Laufzeiten für bestehende Kohlemeiler untersuchen lassen. Ein von beiden Umweltverbänden in Auftrag gegebenes Gutachten belegt, dass es rechtlich möglich wäre, neue Anlagen zu verhindern und die Laufzeit bestehender Anlagen zu begrenzen. Ziel einer derart forcierten Anti-Kohle-Strategie wäre es, die nationalen Klimaschutzziele abzusichern. Allerdings fehle bei der gegenwärtigen Bundesregierung dazu der politische Wille. Die Umweltorganisationen reagieren mit der Untersuchung neuer gesetzgeberischer Maßnahmen auf die andauernde Unwirksamkeit des Europäischen Emissionshandels. Der Emissionshandel biete derzeit offensichtlich keinen Anreiz für die Energieversorgungsunternehmen, umzusteuern und in Klimaschutz zu investieren. Zugleich sei eine grundlegende Reform des Emissionshandels nicht in Sicht.

„Wenn ökonomische Instrumente wie der Europäische Emissionshandel die erhoffte Lenkungswirkung verfehlen, stehen dem Gesetzgeber andere ordnungsrechtliche Wege offen, um den Ausstieg aus der Kohleverstromung und den Ausbau von CO2-armen Stromerzeugungsoptionen zu forcieren“, sagte die Hamburger Rechtsanwältin und Autorin des Gutachtens Dr. Roda Verheyen. Wie bei der Atomkraft geschehen, könne der Staat den Zubau neuer Kohlekraftwerke sogar verbieten. Die Politik könne auch bestimmte Effizienzkriterien bzw. CO2-Grenzwerte pro erzeugter Kilowattstunde vorgeben, erläuterte Verheyen. Angesichts neuer Flexibilitätsanforderungen, die konventionelle Kraftwerke inzwischen erfüllen müssten, um die Erzeugungslücken der fluktuierenden Erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind auszugleichen, sei es auch möglich, entsprechende Standards festzuschreiben. Schließlich könnten der Bund bzw. betroffene Länder auch den Aufschluss neuer Braunkohletagebaue verbieten, um so den Bau neuer klimaschädlicher Braunkohlekraftwerke zu verhindern.

Nachdem das Europaparlament Mitte April die von der EU-Kommission vorgeschlagene Notmaßnahme des so genannten Backloadings von CO2-Zertifikaten scheitern ließ, liegt der einst als Königsweg für den Klimaschutz gefeierte Handel mit Emissionszertifikaten nach Überzeugung von DUH und BUND am Boden. Der Preis für CO2-Zertifikate ist dauerhaft zu niedrig – mit verheerenden Konsequenzen für den Klimaschutz und die Energiewende: Die Kohleverstromung ist inzwischen so lukrativ wie lange nicht, und trotz des Booms der Erneuerbaren Energien steigt der nationale CO2-Ausstoß wieder an, weil Kohlekraftwerke ständig in Betrieb sind. Sogar neue Kohlekraftwerke werden weiter errichtet. Hingegen droht flexiblen Gaskraftwerken, die für die Energiewende dringend benötigt würden, das wirtschaftliche Aus.

„Es gibt keinen klimaschädlicheren Energieträger als Kohle. Mit ehrgeizigen Umweltstandards lässt sich dem Neubau von Kohlekraftwerken ein Riegel vorschieben. Und nach und nach müssen die bestehenden Anlagen ebenfalls abgeschaltet werden. Das ist der konsequente Weg für das Auslaufen der klimaschädlichen Kohleverstromung“, sagte die BUND-Klimaexpertin Tina Löffelsend. Der CO2-Zertifikatehandel werde das Kohle-Problem auf absehbare Zeit nicht lösen. „Kohlekraftwerke haben keinen Platz in einem erneuerbaren Energiesystem. Die Politik muss handeln und die rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um die Energiewende zu einem Erfolg zu machen. Das Klima braucht Flankenschutz, Deutschland muss und kann hier vorangehen“, so Löffelsend.

Das heute vorgestellte Gutachten der Umweltverbände zeige, dass es durchaus  Möglichkeiten gebe, die nationale Stromerzeugung im Sinne von Klimaschutz und Energiewende neu auszurichten, erklärte die Leiterin Klimaschutz und Energiewende der DUH, Dr. Cornelia Ziehm. „Wer jetzt weiter die Mär verbreitet, der europäische Emissionshandel lasse flankierende ordnungsrechtliche Möglichkeiten für eine CO2-ärmere Stromerzeugung nicht zu, setzt sich dem Verdacht aus, dass er die Energiewende tatsächlich gar nicht will“, so Ziehm. „Eine Selbstfesselung des Gesetzgebers gibt es nicht. Im Gegenteil eröffnet beispielsweise die so genannte Schutzverstärkungsklausel die Möglichkeit, auf nationaler Ebene „trotz“ des Emissionshandelssystems tätig zu werden. Wollte man das angesichts der andauernden Misere des Emissionshandels anders sehen, plädierte man im Ergebnis für einen Stillstand der Klimaschutzpolitik. Das wäre der Offenbarungseid der Klimaschutzpolitik in Deutschland.“

Der BUND und die DUH zeigten sich überzeugt, dass die in dem Gutachten untersuchten Möglichkeiten zur Begrenzung der Kohleverstromung in Deutschland bundes- und europarechtlich zulässig sind. Die Diskussion über  zusätzliche Klimaschutzinstrumente zur Flankierung des darniederliegenden Emissionshandels müsse dringend geführt werden. Sonst bestehe die Gefahr, dass Deutschland und Europa ihre Klimaziele verfehlen und Deutschland keine Blaupause mehr für den Umbau der Energieversorgung in anderen Staaten biete. Heute neu errichtete Kohlekraftwerke, die bis über die Mitte des Jahrhunderts hinaus betrieben werden könnten, machen einen erfolgreichen Klimaschutz unmöglich.

Kontakt: 
Tina Löffelsend, BUND-Klimaexpertin, mobil: 0176-20067099 

Einladung zum Pressetermin:

Intransparent, planlos, unfinanzierbar:

Die Straßenbauplanung der Länder für den Bundesverkehrswegeplan 2015 – BUND veröffentlicht Studie / „Wünsch – Dir – Was“ - Liste des Verkehrsministeriums Sachsen–Anhalt maßlos, realitätsfern und nicht zukunftsfähig

Wo:      am 16. Mai 2013 um  10.00 Uhr,  Berlin
Ort:     
Hotel Albrechtshof, Albrechtstraße 8, 10117 Berlin,
Raum:  „Philipp Spener“
(mit Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, Dr. Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte)

Zeitgleich demonstriert der BUND Sachsen–Anhalt e.V. mit einer Straßenaktion vor dem Landtag des Landes Sachsen–Anhalt (Olvenstedterstr. 4, 39108 Magdeburg).

Sehr geehrte Damen und Herren,

zurzeit wird das zentrale Verkehrsinfrastrukturprogramm in Deutschland, der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015-2030 erstellt. Die geplanten Investitionen des Bundes dafür belaufen sich auf etwa 75 Milliarden Euro. Um ein Stück von dem Kuchen abzubekommen, haben die Bundesländer bis September Zeit, ihre Fernstraßenprojekte beim Bundesverkehrsministerium anzumelden. Zwölf Länder haben bereits Listen zusammengestellt, die insgesamt 1500 Autobahnen, Bundestraßen und Ortsumgehungen umfassen.

Der BUND hat in einer Studie die Straßenbauplanung der Bundesländer analysiert und bewertet. Wurden bei diesen Projekten tatsächlich – wie vom Bundesverkehrsministerium gefordert – die Lärmminderung in den Städten, der Umweltschutz und die Verkehrssicherheit berücksichtigt? Wurden, wie von Verkehrsminister Peter Ramsauer gewünscht, Bürger früh in den Anmeldeprozess eingebunden und ist die Finanzierbarkeit dieser Projekte gewährleistet?

Die Antworten auf diese Fragen geben wir Ihnen gerne auf einer Pressekonferenz in Berlin (bei der wir Ihnen die Ergebnisse unserer Studie vorstellen möchten) und im Zuge der „spielerischen Aktion“ vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt.

Dazu laden wir Sie herzlich ein!

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064 

„Es grünt so grün“: Bio-Abendmarkt auf dem Moritzhof

Es ist es wieder soweit! Am 15. Mai findet ab 16 Uhr der nächste Bio-Abendmarkt statt.

Zum Thema „Es grünt so grün“ dreht sich bei uns alles um den beginnenden Sommer – Lassen Sie sich verwöhnen und überraschen! Unsere Bio-Landwirte, -Gärtner und -Hersteller bieten in gemütlicher Marktatmosphäre bis 20 Uhr im  Kulturzentrum Moritzhof am Moritzplatz 1 ihre Produkte an.

Die  regionalen Bio-Händler haben Gemüse, Obst, Ziegenkäse, Imkereiprodukte, Eier, Tee aus eigenem Kräuteranbau, Nudeln, Fleisch- und Backwaren, Marmeladen, Senf und vieles mehr im Angebot! Unsere Anbieter halten kleine Kostproben ihrer Erzeugnisse für Sie bereit und geben Ihnen gerne Tipps und Rezepte für die Zubereitung.

Alle Produkte wurden nachhaltig erzeugt und die Anbieter treten persönlich für die Qualität der von ihnen verkauften Produkte ein und beantworten gerne Ihre Fragen dazu.

Für  Kinder haben wir ein Quiz vorbereitet und bieten ihnen zusätzlich die Möglichkeit, ein kleines Pflanzkästchen zu basteln und mitzunehmen. Außerdem laden wir zum „Candle-Light-Dinner“ …

Die Bioabendmärkte sind Teil des länderübergreifenden Projekts „Mit Bio durch Stadt und Land“. Auf insgesamt 200 Veranstaltungen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden Fragen rund um Bio-Lebensmittel und den ökologischen Landbau beantwortet. Im Mittelpunkt stehen dabei Besonderheiten, Richtlinien, Kontrollen und Kennzeichnungen der Bio-Branche.

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Weitere Informationen zum Ökolandbau und zu Bio-Lebensmitteln gibt es unter www.oekolandbau.de und www.bio-siegel.de.

Die weiteren Termine für  die Bio-Abendmärkte in Magdeburg auf dem Moritzhof sind:  15. August und 17. Oktober.

Für Rückfragen: Daniela Heyer, 0391 – 56 30 78 16  oder  Dirk Werner, 039050 – 22 27 

Landesmitgliederversammlung des BUND Sachsen – Anhalt e.V. am 4.Mai 2013 im Umweltzentrum Franzigmark

Öffentliche Gelder für öffentliche Güter - der BUND fordert die Landesregierung auf, die bevorstehende EU Förderperiode für mehr Klima- und Naturschutz, mehr Umweltbildung und den Erhalt der Artenvielfalt innerhalb wie außerhalb von Schutzgebieten zu nutzen / Frank Brozowski (Dessau), Torsten Eike (Magdeburg) und Bernd Schilf (Werben) verstärken den nunmehr 9 köpfigen Landesvorstand des BUND Sachsen–Anhalt

Auf der Landesmitgliederversammlung im Umweltzentrum Franzigmark  forderte der BUND Sachsen–Anhalt die Landesregierung  zu konsequenterem Handeln im Sinne der Umwelt auf.

Mit der Resolution „EU Gelder besser für den Naturschutz einsetzen“ , die ohne Gegenstimmen und Enthaltungen von den Mitgliedern beschlossen wurde, fordert der Verband dazu auf, die Möglichkeiten der EU Strategie „Lissabon 2020“ zu nutzen und die Mittel des Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) stärker für den Naturschutz, die des europäischen Sozialfonds (ESF) stärker für die Umweltbildung und die des europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) stärker für den Erhalt der Artenvielfalt innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten einzusetzen.

Undine Kurth, Landesvorsitzende des BUND in Sachsen–Anhalt dazu: „Uns vom BUND geht es darum, dass die Mittel, die Sachsen–Anhalt aus den EU–Struktur- und Kohässionsfonds in der neuen Förderperiode bis 2020 zur Verfügung stehen, so eingesetzt werden, dass es einen echten Zugewinn für den Naturhaushalt in unserem Land gibt“.

Insbesondere was den EFRE betrifft, dessen Finanzmittel in der Vergangenheit vorzugsweise für den Auf- und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und der wirtschaftsnahen Infrastruktur eingesetzt wurden, sollen - so die BUND Forderung, verstärkt für Maßnahmen des Naturschutzes eingesetzt werden.

„Infrastruktur darf nicht nur als Straßenbau und Energieversorgung gedacht werden. Sollen die von der Landesregierung verabschiedeten Ziele der Biodiversitätsstrategie annähernd erreicht werden, gehören auch Biotopverbundsysteme und Biotopentwicklung dazu.“

Dass der in der Auseinandersetzung um den Bau der A14  engagierte Bernd Schilf, der IT-Fachmann Torsten Eicke und der Biologe Frank Brozowski zusätzlich in den nunmehr neunköpfigen Landesvorstand gewählt wurden, unterstreicht einmal mehr, dass der BUND Sachsen–Anhalt sich neben praktischer Naturschutzarbeit in Zukunft noch stärker natur- und umweltpolitisch einmischen will.

Hintergrund: Resolutionstext

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064 



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