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Artenschutz/Landwirtschaft

BUND Sachsen – Anhalt verurteilt Einsatz von verbotenem Mäusegift: Todesgefahr für Greifvögel und Eulen, Hamster und Haustiere

Magdeburg, 31.08.2015. Der BUND verurteilt die Erlaubnis zum offenen Ausstreuen des Mäusegiftes Chlorphacinon auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Anwendung des auch für Vögel und alle Säugetiere einschließlich des Menschen lebensgefährlichen Wirkstoffs wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zum 01. September genehmigt.

„Das BVL muss die Sonderzulassung für das Mäusegift sofort zurückziehen“, fordert der Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt, Dipl. Biol. Oliver Wendenkampf „Das Gift Chlorphacinon ist seit Jahren in der gesamten EU wegen der Gefahren für Tiere und den Naturhaushalt verboten.

Nach Angaben des BUND ist nicht zu verhindern, dass bei der offenen Ausbringung des Wirkstoffes nicht nur Feldmäuse sondern auch geschützte Tierarten wie Feldhamster oder Greifvögel vergiftet werden. Feldhamster nehmen das Ködergranulat unmittelbar als Nahrung auf. Greifvögel wie der Rotmilan vergiften sich indirekt, wenn sie vergiftete Feldmäuse erbeuten.

Bereits die Zustimmung der Behörden zur Anwendung der Giftköder auf Hamsterflächen oder auf Flächen, welche Greifvögel zur Nahrungssuche nutzen, führt nach Einschätzung des BUND zu einem Verstoß gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und gegen europäisches Naturschutzrecht.


Wie der BUND weiter mitteilte, ist der Wirkstoff Chlorphacinon in der EU seit 2007 wegen seiner hohen Toxizität verboten. Wegen des hohen Feldmausaufkommens haben aber die Bundesländer Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine sog. Notfallzulassung beim BVL beantragt. Bereits in den Jahren 2012 und 2013 sei vom BVL eine Notfallzulassung für den Wirkstoff erteilt worden.

„Offenbar wird der Notfall zum Regelfall“, sagte Wendenkampf.
„Es ist fraglich, ob die wiederholte Anwendung einer
Ausnahmeregelung zur Bekämpfung regelmäßig wieder-
kehrender hoher Feldmausdichten gesetzlich zulässig ist.“

Der BUND verweist darauf, dass auch nach Angaben landwirtschaftlicher Fachbehörden mechanische Maßnahmen zur Bekämpfung hoher Feldmausdichten mit Pflug oder Grubber Wirkungsgrade von rund 80% erzielen.

„Das Streuen von für Tiere und Menschen lebensgefährlichen Giftgranulats auf landwirtschaftlichen Flächen ist nicht zu verantworten“, sagte Wendenkampf.

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064

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Artenschutz/Landwirtschaft

Vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zugelassenes Pestizid „Chlorphacinon“ gefährdet die ohnehin schon vom Aussterben berohten Feldhamster  / BUND e.V. fordert die Landesregierung auf, den Einsatz zu verbieten

Magdeburg, 26.08.2015: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat am 24. August 2015 das Mäusegift Chlorphacion als Notfallbekämpfungsmaßnahme gegen Feldmäuse zugelassen. Das Gift kann ab 1. September bis 29.12.15 im Streuverfahren offen auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. Da das Gift auch auf Nichtzielorganismen (u.a. Hamster, Rotmilane) tödlich wirkt, lehnt der BUND Sachsen – Anhalt e.V. seinen Einsatz ab, zumal es sich um vorbeugende Maßnahmen handelt.

„Sowohl die europäische Union als auch der Mitgliedsstaat Deutschland und seine Bundesländer (auch Sachsen – Anhalt) geben enorme Beträge an Steuermitteln aus, um bedrohte Tierarten wie den Feldhamster und den Rotmilan in Sachsen – Anhalt zu schützen und die entsprechenden Bestände möglichst zu erhöhen“, so Dipl. Biologe Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer des BUND in Sachsen – Anhalt, und hier sollen durch die „kalte Küche“ eben diese Tierarten als Kollateralschäden geopfert und der Ausrottung wieder ein Stück näher gebracht werden.

Ein unhaltbarer Zustand. Zumal mit sogenannten mechanischen Methoden, dem Pflügen, der Mäuseplage ebenfalls erfolgreich begegnet werden kann.

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064

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Windkraft

Gemeinsame Klage von BUND und NABU gegen Windkraftanlage Wegenstedt erfolgreich / Energiewende und Naturschutz sind nicht immer vereinbar / BUND bleibt bei seiner Unterstützung der Energiewende – nicht aber um den Preis der Naturzerstörung

Magdeburg, 11.08.2015: Gemeinsame Klage von BUND und NABU gegen die Windkraftanlagen in Wegenstedt zeigte einmal mehr, dass die Energiewende nicht um jeden Preis zu haben ist. Internationaler und bundesdeutscher Vogelschutz (hier der Schutz des Rotmilans)  vom Verwaltungsgericht Magdeburg deutlich gestärkt.

Eine Entscheidung, die auch gegen den vehementen Widerstand des Landesverwaltungsamtes Sachsen – Anhalt – welches die im Verfahren zahlreich vorgetragenen Einwendungen und Stellungnahmen offensichtlich nicht ordnungsgemäß im Rahmen der Abwägung berücksichtigen wollte und sogar Einwende des eigenen Fachreferates (Obere Naturschutzbehörde) aktiv ignoriert hat – ergangen ist.

„Das sich eine Landesbehörde, wie das Landesverwaltungsamt, die sich ja ebenso wie alle anderen Menschen in unserem Lande, der Landesverfassung verpflichtet fühlen sollte, so vehement gegen internationales Recht und mithin die Landesverfassung (Art 35) ins Zeug legt, hat uns zwar überrascht, aber unseren gemeinsamen Willen für eben diese Verfassung einzutreten nicht gebrochen“, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt e.V.“ und letztendlich hat uns wenigstens das Magdeburger Verwaltungsgericht Recht gegeben".

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064



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