BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt


Gerichtlicher Vergleich zur Autobahn A 14

BUND erkämpft umfangreiche Verbesserungen für Anwohner und Natur

 

Magdeburg: Am heutigen Dienstag, dem13. Dezember 2016, einigten sich das Land Sachsen-Anhalt und der BUND Sachsen-Anhalt (BUND) vor Gericht in einem Vergleich. Damit wurde ein jahrelanger Rechtsstreit beigelegt. Es gelang dem Umweltverband, das Land zu umfangreichen zusätzlichen Schutzmaßnahmen für Anwohner und Natur zu verpflichten. Trotz dieser Verbesserungen hält der BUND an seiner grundsätzlich ablehnenden Haltung zur A 14 fest:

„Die Position des BUND zur A 14 ist unverändert“, stellt Ralf Meyer, Landesvorsitzender des BUND Sachsen-Anhalt, mit Nachdruck fest. „Nach wie vor halten wir diese Autobahn für ein überdimensioniertes Projekt, für das der verkehrliche Bedarf nicht vorhanden ist. Die mit ihm verknüpften wirtschaftlichen Erwartungen werden sich nicht erfüllen. In der aktuellen Verkehrsprognose zur A 14 sind die Zahlen um rund ein Drittel nach unten korrigiert worden. Das bestätigt unsere Sichtweise.“

 

Der BUND geht aber davon aus, dass sein Verkehrskonzept eines Ausbaus der B 189 in den beiden Abschnitten VKE 1.3 und 1.4 (zwischen Colbitz bis Lüderitz) auf dem Rechtsweg kaum durchsetzbar ist. Mit dem Prozessvergleich ist es dem BUND gelungen, in einer Situation der rechtlichen Unsicherheit für alle Prozessbeteiligten das Optimum für Mensch und Natur herauszuholen.

 

„Es ist dem BUND zu verdanken, dass es für die Menschen in Lüderitz und Schleuß zusätzlichen Lärmschutz geben wird, der über den gesetzlichen Anspruch hinausgeht. Bei Lüderitz wird der Lärmschutzwall verlängert, bei Schleuß wird aktiver Lärmschutz – wahrscheinlich in Form einer Lärmschutzwand - in die Planung aufgenommen“, ergänzt Landesvorstandsmitglied Bernd Schilf zufrieden.

 

Der Vergleich für den Verkehrsabschnitt 1.4 zwischen Dolle und Lüderitz sieht außerdem eine Vielzahl von Verbesserungen für sog. NATURA-2000-Gebiete und geschützte Arten vor. Auf einer Fläche von 75 ha werden durch zusätzliche Naturschutzmaßnahmen die Beeinträchtigungen der von der A 14 betroffenen europäischen Schutzgebiete und Arten weiter verringert.

... Hinzu treten straßenbegleitende Hecken- und Baumpflanzungen, welche die Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch die Autobahn vermindern werden. Außerdem konnte der BUND eine umfangreiche Maßnahme zum Schutz von Fledermäusen durchsetzen. Vor der Baufeldfreimachung werden zudem weitere Untersuchungen für Amphibien vorgenommen. Werden geschützte Arten gefunden, müssen zusätzliche Schutzmaßnahmen umgesetzt werden – dies alles kommt dem Artenschutz in der Region zugute.

 

„Insgesamt werden die Beeinträchtigungen für Mensch und Natur damit in ganz erheblichem Umfang reduziert. Angesichts der umfangreichen Defizite, die der BUND im Klageverfahren vorgetragen hat, war es aus unserer Sicht aber auch notwendig, dass ein solches umfassendes Gesamtpaket geschnürt wird, das für mehr Schutz von Mensch und Natur sorgt. Mit dem nun geschlossenen Vergleich ist uns dies gelungen. Hierdurch wird die Messlatte für die anderen Abschnitte der A 14 und vergleichbare Straßenbauprojekte angehoben“, resümiert der BUND-Landesvorsitzende Meyer.

 

Rückfragen:

Ralf Meyer, Landesvorsitzender des BUND Sachsen-Anhalt

mobil: 0163-290 1803

Bernd Schilf, Mitglied des BUND Landesvorstand

mobil: 0170-192 6815

BUND Sachsen-Anhalt trennt sich von Landesgeschäftsführer

Der Landesvorstand des BUND Sachsen-Anhalt bestätigt, auf seiner Sitzung am 19.10. die ordentliche Kündigung des Landesgeschäftsführers Oliver Wendenkampf zum 31.5. 2017 beschlossen zu haben. Dies wurde ihm unmittelbar nach der Sitzung persönlich mitgeteilt. Alternativ dazu wurde Herrn Wendenkampf eine einvernehmliche Aufhebung angeboten. Nach der Satzung des Vereins ist die Bestellung eines Landesgeschäftsführers alleinige Sache des Landesvorstandes.

Am 21.10.2016 wurde dann die Kündigung persönlich überreicht. Im Anschluss wurde zwischen beiden Seiten einvernehmlich die sofortige Freistellung vereinbart.

Der BUND-Landesvorstand bittet um Verständnis, dass er sich zu weiteren Details derzeit nicht äußern werde, um der Verschwiegenheitspflicht als Arbeitgeber Rechnung zu tragen und den Schutz der Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten zu gewährleisten.

An der politischen und fachlichen Arbeit sowie der Ausrichtung des Umwelt- und Naturschutzverbandes wird dies nichts ändern, da die aktuellen Schwerpunkte von der Landesmitgliederversammlung beschlossen wurden. Deren konkrete Umsetzung erfolgte und erfolgt auf der Basis von Beschlüssen des Landesvorstandes. Der BUND ist ein Verband der vielen Gesichter, er wird auch weiterhin Anwalt für Umwelt und Natur sein.

 

Im Auftrag des Landesvorstandes

Ralf Meyer, Landesvorsitzender des BUND Sachsen-Anhalt

Überwinterung der Feldhamster nicht gesichert

BUND fordert sofortigen Vollzugsstopp

 

Magdeburg / Sangerhausen, 11. November 2016 Die von der Landrätin, Frau Dr. Klein, verfügte Ausnahmegenehmigung zur Umsiedlung der Hamster sieht als Auflage die Überwinterung der Tiere im Zoo Halle vor. Nach Informationen des BUND hat Zoo-Direktor Dr. Dennis Müller am 9.11.16 dies abgelehnt. Damit ist eine wesentliche Bedingung der Genehmigung nicht erfüllt.

 

BUND- Landesvorsitzender Ralf Meyer: „Wir fordern die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises auf, die Ausnahmegenehmigung sofort außer Vollzug zu setzen und die Stadt Sangerhausen sowie das beauftragte Büro Myotis darüber zu informieren“.

 

Vor diesem Hintergrund erneuert der BUND seine Forderung an das Landesverwaltungsamt und das Umweltministerium, die Bebauung auf diesen Flächen umgehend per Weisung zu stoppen. „Statt mit dem Kopf durch die Wand sollte die Stadt im Interesse der Arbeitsplätze und des Artenschutzes zum behördenübergreifenden Konsens von 2013 zurückkehren. Darin wurde sich auf ca. 100 Meter entfernten Alternativflächen als akzeptable Lösung verständigt“, sagt Meyer.

Rückfragen: Ralf Meyer, Landesvorsitzender, Mobil: 0163-290 1803, Mail: ralf.meyer@bund-halle.de

 

Presse BUND Sachsen-Anhalt e.V, Iris Brunar, Kirschweg 15, 06846 Dessau-Roßlau, Tel.: +49 - (0)340 - 850 7978, Mobil: +49 - (0) 178 - 163 0204

 

Kernvorkommen des Feldhamsters droht durch Sangerhausens Bauvorhaben zerstört zu werden

BUND fordert sofortiges Einschreiten der Aufsichtsbehörden

 

Magdeburg / Sangerhausen, 4. November 2016: Die Stadt Sangerhausen plant die zeitnahe Bebauung des Industrieparks Mitteldeutschland am südwestlichen Stadtrand. Damit treibt sie die dauerhafte Zerstörung des Lebensraumes von mindestens tausend Feldhamsters voran. Dieses Vorkommen ist das größte seiner Art im Landkreis Mansfeld-Südharz und damit ist es auch für Sachsen-Anhalt bedeutsam. Der BUND legt Widerspruch gegen eine erteilte Genehmigung ein.

 

Im Jahr 2013 wurden nach intensiven Gesprächen zwischen der Stadt Sangerhausen, den obersten Naturschutzbehörden und dem BUND ein gemeinsamer Konsens zum Schutz des Feldhamsters und der Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen erzielt. Dabei wurden westlich angrenzende Ackerflächen in gleicher Ausdehnung als Alternative gefunden und festgelegt. Dies wurde von der Stadt Sangerhausen befürwortet.

 

Die Stadt hat allerdings in den drei vergangenen Jahren versäumt, für diese Flächen die entsprechende Umplanung vorzunehmen und die Grundlage für eine Bebauung zu schaffen. Trotz Stadtratsbeschluss und schriftlicher Erklärung des Oberbürgermeisters Ralf Poschmann, auch künftig auf eine Bebauung dieser wichtigen Feldhamsterflächen zu verzichten, erfolgte in diesem Sommer plötzlich der Beschluss zur Bebauung. In den nächsten Wochen soll mit der Bebauung der Fläche begonnen werden.

 

Gegen die Genehmigung zur Zerstörung des Feldhamsterlebensraumes hat der BUND am vergangenen Donnerstag Widerspruch bei den Behörden eingelegt. Der Landesvorsitzende Ralf Meyer sagt dazu „Wir sind empört, dass die Stadt nach den jahrelangen Verhandlungen und dem im Jahr 2013 gefundenen Konsens sowie den Erklärungen vom Dezember 2015 eine 180 Grad Kehrtwende hinlegt und damit massiv gegen den Artenschutz verstößt. Dies ist nicht hinnehmbar!“

 

Die Feldhamster sollen nun während ihres Winterschlafs herausgerissen und ausgegraben werden. „Diese Grabungen sind reine Alibimaßnahmen. Die Feldhamster befinden sich nun im Winterschlaf und haben sich 2 Meter unter der Oberfläche eingegraben, die sind kaum zu finden.“, erklärt Meyer. „Damit wird die Tötung von zahlreichen Feldhamstern dieser bedeutenden Population billigend in Kauf genommen und ihr Lebensraum in mehreren Bauabschnitten auf einer Gesamtfläche von ca. 140 Hektar dauerhaft zerstört!“

 

Aufgrund ihrer sehr guten Bodeneigenschaften sind diese Flächen außerordentlich wichtig für das dauerhafte Überleben der Sangerhäuser Feldhamster. Dies wird auch durch Bodengutachten und Hamsterzählungen sowie etliche Stellungnahmen der Landesbehörden bestätigt.

 

Der BUND fordert das Landesverwaltungsamt und das Umweltministerium auf, die Bebauung auf diesen Flächen umgehend zu stoppen. Die Stadt Sangerhausen soll zum erzielten behördenübergreifenden Konsens von 2013 – die ca. 100 Meter entfernten Alternativflächen – zurückkehren.

 

Besonders pikant ist, dass die Zerstörung der wichtigen Lebensräume und Tötung des vom Aussterben bedrohten Feldhamsters genehmigt wurde, um dort Produktionsstätten für die Firma Charlottes Garden, einem Anbieter von Bionahrung, zu bauen. Dies steht im krassen Widerspruch zum Biogedanken und dem grünen Image dieser Firma. Der BUND fordert Charlottes Garden dringend dazu auf, von diesem Standort abzulassen und stattdessen die bereits 2013 beschlossenen Alternativflächen zu nutzen.

 

Rückfragen:

Ralf Meyer, Landesvorsitzender

Mobil: 0163-290 1803

Mail: ralf.meyer@bund-halle.de

 

Freizeitpark Köselitz

BUND sichert der Bevölkerung seine Unterstützung zu und lädt zu einer ersten Informationsveranstaltung am 30.9.16., 19 Uhr im Restaurant Bauernstube in Bräsen (Dorfstrasse 9, 06868 Coswig, OT Bräsen)

 

Magdeburg/Coswig, 21.9.2016: 1994 wollte ein niederländischer Investor auf Kosten von Natur und Bevölkerung ein Tourismusghetto aufzwingen und ist am Widerstand des BUND Sachsen – Anhalt e.V. gescheitert. Mehr als 20 Jahre später versucht ein neuer Investor die alten Pläne wieder aufleben zu lassen und gemeinsam mit der Kommunalverwaltung klamm heimlich durchzudrücken.

„Aber die Zeiten der Heimlichkeiten und Intransparenz sind auch in Köselitz seit mehr als 25 Jahren vorbei“, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt, der sich am vergangenen Donnerstag auf Einladung von Mitgliedern der BUND Kreisgruppe Wittenberg das Gelände noch 20 Jahren nochmals angesehen hat.

Neben dem illegalen Zaun um das Gelände herum hat sich offensichtlich auch das Nuturinventar auf dem Gelände verändert, so dass der Planfeststellungsbeschluss von ehedem nicht nur formal, sondern auch inhaltlich, keine Bestandskraft mehr haben können.

 

Dieses und andere Themen besprach Wendenkampf auch im Anschluss an seinen „Vor Ort-Termin“ mit den Mitgliedern der BUND Kreisgruppe Wittenberg die nun gemeinsam mit dem Wendenkampf erst einmal für Transparenz sorgen wollen und die Bevölkerung informieren wollen.

„Wenn schon die Gemeindeverwaltung und –politik ihre Informationspflicht der Bevölkerung gegenüber nicht nachkommen sollen“, so Wendenkampf weiter, „werden wird Licht ins Dunkel der Desinformation und unter Verschluss gehaltenen Unterlagen bringen.

 

Für den 30. September 2016 lädt der BUND Sachsen – Anhalt

e.V. daher die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung

eingeladen, auf der Wendenkampf erste Ergebnisse seiner

Anfragen an die Gemeinde- und Landkreisverwaltung

präsentieren wird.

 

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, Email: 0160 - 71 55 064

 

 

Ausverkauf der Natur im Harz

Blamable Raumordnungsunterlagen der Stadt Wernigerode

 

Magdeburg - Wernigerode, 2016-09-07: „Die Stadt Wernigerode will für eine Skialpinum bei Schierke 20 Hektar Wald roden und wertvolle Moorflächen zerstören, hat aber nur unvollständige und z.T. blamable Unterlagen im derzeit laufenden Raumordnungsverfahren vorlegt.“. So fasst Oliver Wendenkampf, der Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen-Anhalt, die Kritik seines Verbandes zusammen. „Wir hoffen, dass der morgen in Wernigerode-Schierke tagende Landes-Umweltausschuss dazu die Interessen der Umwelt und nicht nur die der Wirtschaft formuliert, zumal das Plangebiet mitten in einem FFH- und Vogelschutzgebiet liegt“, so Wendenkampf weiter.

 

Besonders erstaunlich ist, dass der Oberbürgermeister von Wernigerode, der diesen Ausverkauf der Natur plant, Vorsitzender des Bündnisses "Kommunen für biologische Vielfalt e.V." ist. Dieses Bündnis ist ein „Zusammenschluss von im Naturschutz engagierten Kommunen“ – so die Selbstbeschreibung im Internet. Wie kann es sein, dass eine solche Stadt 20 Hektar Wald und Moorgebiete in einem geschützten Gebiet des Naturparks Harz unmittelbar am Rande des Nationalparks Harz zerstören will und welches Signal setzt er damit für die anderen Kommunen, die sich ernsthaft für die Biologische Vielfalt einsetzen?

 

Die Kritik an den mangelhaften Unterlagen der Stadt Wernigerode im Raumordnungsverfahren "Natürlich Schierke – Wander- und Skigebiet Schierke" hat der BUND in Abstimmung mit anderen Naturschutzverbänden – in diesem länderübergreifenden Fall auch aus Niedersachsen – auf 6 Seiten zusammengefasst. Die Stellungnahme finden Sie in der Anlage.

 

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064

Oliver Wendenkampf

Landesgeschäftsführer

 

 

Aus der Mottenkiste der Geschichte

Längst vergessene Pläne beschäftigen Bevölkerung und Gemeinderäte /Centerpark Köselitz soll als Freizeitpark Köselitz wieder auferstehen / BUND sichert der Bevölkerung seine Unterstützung zu/Informationsveranstaltung am 30.9.16., 19 Uhr im Restaurant Bauernstube in Bräsen (Dorfstrasse 9, 06868 Coswig, OT Bräsen)

 

 

Magdeburg, 28.8.2016: 1994 wollte ein niederländischer Investor auf Kosten von Natur und Bevölkerung ein Tourismusghetto aufzwingen und ist am Widerstand des BUND Sachsen – Anhalt e.V. gescheitert. Mehr als 20 Jahre später versucht ein neuer Investor die alten Pläne wieder aufleben zu lassen und gemeinsam mit der Kommunalverwaltung klamm heimlich durchzudrücken.

„Aber die Zeiten der Heimlichkeiten und Intransparenz sind auch in Köselitz seit mehr als 25 Jahren vorbei“, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt, der sich am vergangenen Donnerstag auf Einladung von Mitgliedern der BUND Kreisgruppe Wittenberg das Gelände noch 20 Jahren nochmals angesehen hat.

Neben dem illegalen Zaun um das Gelände herum hat sich offensichtlich auch das Nuturinventar auf dem Gelände verändert, so dass der Planfeststellungsbeschluss von ehedem nicht nur formal, sondern auch inhaltlich, keine Bestandskraft mehr haben können.

 

Dieses und andere Themen besprach Wendenkampf auch im Anschluss an seinen „Vor Ort-Termin“ mit den Mitgliedern der BUND Kreisgruppe Wittenberg die nun gemeinsam mit dem Wendenkampf erst einmal für Transparenz sorgen wollen und die Bevölkerung informieren wollen.

„Wenn schon die Gemeindeverwaltung und –politik ihre Informationspflicht der Bevölkerung gegenüber nicht nachkommen sollen“, so Wendenkampf weiter, „werden wird Licht ins Dunkel der Desinformation und unter Verschluss gehaltenen Unterlagen bringen.

 

Für den 30. September 2016 lädt der BUND Sachsen – Anhalt e.V. daher die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung eingeladen,

auf der Wendenkampf erste Ergebnisse seiner Anfragen an

die Gemeinde- und Landkreisverwaltung präsentieren möchte.

 

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, Email: 0160 - 71 55 064

 

BUND schlägt „Runden Tisch“ zum Stadtforst Salzwedel vor und bietet der Stadt umfangreiche finanzielle Unterstützung an

Die in den letzten Tagen öffentlich geführte Diskussion rund um das Thema Verkauf des Stadtforstes Salzwedel ist von wenig Sachlichkeit geprägt gewesen.

Der BUND schlägt daher vor, dass sich alle Beteiligten, ungeachtet sonstiger inhaltlicher Differenzen, an einem „Runden Tisch“ zusammen setzen, um gemeinsam noch konstruktiven Lösungen für den Stadtforst Salzwedel zu suchen.

Denn worum geht es in der Sache:

• Die Hansestadt Salzwedel befindet sich in einer prekären Haushaltslage.

• Der Stadtforst Salzwedel verursacht seit vielen Jahren ein hohes Defizit (nach eigenen Angaben der Stadt mind. 150.000,- € pro Jahr).

• Gleichzeitig besitzt der Stadtforst Salzwedel eine herausragende, bundesweite Bedeutung als Lebensraum zahlreicher gefährdeter Arten am Grünen Band, aber auch als Erlebnisraum für den Menschen.

 

Gemeinsames Ziel aller Akteure sollte es daher sein, eine zeitnahe Lösung für die Haushaltsprobleme der Stadt zu finden und gleichzeitig auch der nationalen Verantwortung für diesen Lebensraum gerecht zu werden.

Der BUND ruft daher alle Akteure dazu auf, sich dem Ansinnen eines „Runden Tisches“ nicht zu verschließen. Neben der Stadt, sind dies insbesondere das Land, der Landkreis, aber auch Umweltverbände und –stiftungen.

Insbesondere das Land ist hier in einer besonderen Verantwortung, die sich aus dem aktuellen Koalitionsvertrag in Bezug auf den Schutz und die Weiterentwicklung des Grünen Bandes ergebenden Verpflichtungen umzusetzen. Dies gilt auch für die Sicherung des europäischen Netzwerkes Natura 2000. Bei einer Privatisierung droht ein großes Loch in den bundesweiten Biotopverbund des Grünen Bandes gerissen zu werden.

 

Der BUND hat dabei immer betont, dass er bei der gegenwärtigen Haushaltslage der Stadt Salzwedel einen Verkauf des Stadtforstes Salzwedel nicht grundsätzlich ablehnt, sondern sich nur gegen eine Privatisierung solcher Flächen ausspricht. Denn solche Schutzgebiete von nationaler Bedeutung gehören in die Hände von Eigentümern, die sich öffentlichen Interessen verpflichtet fühlen.

 

Vor diesem Hintergrund ist die BUND- Stiftung zusammen mit anderen Naturschutzstiftungen bereit, für die dauerhafte Sicherung von Teilflächen des Stadtforstes zu Zwecken des Naturschutzes einen siebenstelligen Betrag einzusetzen. Dabei steht im Fokus des BUND nicht nur der besondere Naturschutzwert dieses Gebietes, sondern der BUND beabsichtigt gleichzeitig auch den im Rahmen des Projektes Grünes Band eingeschlagenen Weg der Schaffung von Erlebnisangeboten für Menschen aus nah und fern konsequent weiter zu verfolgen.

 

Diesen Ansatz hat die BUND-Stiftung im Gebiet der „Goitzsche“, einem ehemaligen Tagebaugebiet im Süden Sachsen-Anhalts, als großer Flächeneigentümer bereits seit über 15 Jahren sehr erfolgreich umgesetzt und so auch zur Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze beigetragen.

 

„Wir erwarten daher von der Stadt und dem Land Sachsen Anhalt , dass sie sich ernsthaft mit diesem Angebot des BUND auseinander setzen und ihrer nationalen Verantwortung für dieses Waldgebiet gerecht werden. Der BUND sieht gute Chancen rund um den Stadtforst Salzwedel ein Modellprojekt für eine nachhaltige Regionalentwicklung am Grünen Band in der Altmark zu starten. Beispiele aus anderen Schutzgebieten zeigen sehr eindrücklich, dass durch solche Naturschutzprojekte und die damit verbundenen Fördermittel wichtige Impulse gesetzt und Entwicklungen in Gang gebracht wurden, die nicht nur der Natur sondern auch den Menschen zu Gute kommen“, so Prof. Dr. Hubert Weiger, Bundesvorsitzender des BUND.

 

Für die Umsetzung solcher Konzepte steht der BUND bundesweit in engem Kontakt zu entsprechenden Fördermittelgebern, die auch schon grundsätzlich ihr Interesse signalisiert haben.

Zentrale Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ein Weg gefunden wird den Stadtforst Salzwedel in das Eigentum der öffentlichen Hand oder von Umweltverbänden bzw. –stiftungen zu überführen.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit für eine solche Lösung, denn bis Ende August will die Stadt Salzwedel die Ausschreibung für die „Buchhorst“, mit knapp 1.100 ha das Teilgebiet des Stadtforstes, veröffentlichen.

 

 

Olaf Bandt

Bundesgeschäftsführer des BUND e.V. und

Vorstand der BUND-Stiftung

 

 

Für Rückfragen:

• Olaf Bandt, Tel.: 030/27586-432, Mobil: 0171 4922536

• Dieter Leupold, Projektleiter Grünes Band Sachsen-Anhalt, Tel.: 0151/12558830

 

Erde am Limit

Earth Overshoot Day / BUND fordert ……………

 

Planet Erde/Magdeburg, 09.08.2016:- Der Sonntag war der letzte Tag in 2016, an dem die Menschheit ein Guthaben auf ihrem globalen Konto hat. 145 Tage oder 21 Wochen vor Jahresende – so früh wie noch nie – sind die Ressourcen, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann, von der Menschheit aufgebraucht. Ab Montag sind dann die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Für den Rest des Jahres machen wir ökologische Schulden und vernichten die stillen Reserven der Erde.

 

Noch 1987 fiel der Earth Overshoot Day auf den 19. Dezember. Grund für das immer weitere Vorrücken sind vor allem die hohen Konsumniveaus in Industrie- und zunehmend Schwellenländern sowie das schnelle Bevölkerungswachstum. Bildlich gesprochen lebt die Menschheit derzeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung. Das hat das Global Footprint Network errechnet, eine internationale Nachhaltigkeitsorganisation. Eine derartige Übernutzung der Ökosysteme kann auf Dauer auf einem endlichen Planeten nicht funktionieren. Spürbar wird dies besonders am Klimawandel mit all seinen Auswirkungen: dem Schmelzen der Polkappen, der Übersäuerung der Meere, dem Versiegen von Süßwasserquellen, schrumpfenden Wäldern, Bodenerosion und Versteppung, dem Verlust von Arten und vielen weiteren fatalen Begleiterscheinungen.

 

Ein weiterer Grund zur Sorge ist der Zeitpunkt des Welterschöpfungstages. Im Jahre 2016 fiel dieser auf den 8. August und tritt somit fünf Tage früher ein als noch 2015. Im Jahr 2000 trat der Welterschöpfungstag noch am 1. Oktober ein. Besonders besorgniserregend: Die Menschheit verbrauche schon seit 30 Jahren mehr Ressourcen, als nachhaltig vorhanden sind.

 

Umweltorganisationen und auch die Lobbyisten der Windkraft rufen anlässlich des "Welterschöpfungstages" (Earth Overshoot Day) am 8. August zu einem effizienteren und nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen auf. Die Überbeanspruchung des Planeten zeigt sich schon heute in geplünderten Meeren, vernichteten Urwäldern, kaputten Böden, schwindender Biodiversität und allen voran im Anstieg des CO2 in der Atmosphäre. Dies ist der Beginn eines gefährlichen Teufelskreises, da der Klimawandel selbst wiederum Boden, Wälder, Meere und Artenvielfalt gefährdet. Verschärfung bestehender Ungerechtigkeiten, Ressourcenkonflikte, Naturkatastrophen, Hunger und Kriege sind die Folge davon.

 

„Der globale Kontostand rutscht auch 2016 wieder kräftig ins Minus. Und das nicht zum ersten Mal. Seit über dreißig Jahren häufen wir jährlich neue Schulden an“, betont WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Wir müssen endlich einen Weg finden, in den natürlichen Grenzen unseres Planeten zu leben und zu wirtschaften. Das ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Wenn wir diese Herausforderung nicht meistern, werden unsere Kinder und Enkel massiv unter den Folgen zu leiden haben.“

 

Zugleich warnt Brandes vor „Egoismus und Kleinstaaterei“ bei Nachhaltigkeits- und Umweltschutzfragen. „Der Klimawandel kennt keine Nationalstaatsgrenzen. Vor den Folgen von Wassermangel, Artensterben oder Meeresverschmutzung kann sich kein Land der Welt abschotten. Nur eine Verringerung des Fußabdrucks kann auch für unsere Kinder und Enkel ein hohes Wohlstandsniveau garantieren“, verdeutlicht der WWF-Vorstand. Dementsprechend müssten die großen Industrienationen bei den dringend notwendigen Transformationen vorangehen. „Die Fakten liegen auf dem Tisch, die Ziele sind durch die Sustainable Development Goals und das Pariser Klimaschutzabkommen klar vorgegeben. Jetzt ist es Zeit zu handeln“, so Brandes.

 

Laut WWF stagniert der ökologische Fußabdruck Deutschlands seit zehn Jahren auf gefährlich hohem Niveau. Jeder Deutsche verbraucht demnach mehr als doppelt so viele Ressourcen, wie ihm jährlich zustehen würden. Deutschland müsse daher insbesondere Landwirtschaft und Verkehr nachhaltiger ausrichten und Schutzgebiete wirksamer schützen. Herausragende Bedeutung habe zudem die konsequente Realisierung der Energiewende und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen insbesondere im Stromsektor.

 

Leider sende die deutsche Politik derzeit gänzlich andere Signale aus. Der Klimaschutzplan 2050 werde zunehmend abgespeckt. Das bezeichnet der WWF als einen „gravierenden, politischen Fehler“. Von einem konkreten Kohleausstieg sei „nichts mehr zu lesen“, obwohl die Bundesrepublik, wenn sie das Unter-Zwei-Grad-Ziel von Paris ernst nehme, bis spätestens 2035 aus dieser Form der Stromerzeugung aussteigen müsse. Auch die Reduzierung und Reformierung der Fleischproduktion werde nicht angegangen, dabei sei - nicht nur unter Klimaschutzgesichtspunkten - eine nachhaltige Agrar-Wende für Deutschland überfällig.

 

„Es braucht endlich eine sektorspezifische Gesetzgebung, die dann nicht nur den Klimaschutz im Blick hat, sondern auch konkrete Ziele für Biologische Vielfalt und Landnutzung umfasst“, fordert WWF-Vorstand Brandes. „Statt den Klimaschutzplan weiter aufzuweichen, sollten sich alle Ministerien auf verpflichtende und Dekaden-scharfe Treibhausgasminderungsziele bis 2050 festlegen. Damit wäre dann auch endlich eine klare Ressortzuständigkeit gegeben und das ewige Schwarze-Peter-Spiel könnte aufhören.“

 

Die Folgen ökologischer Überbeanspruchung

Schon immer verwenden Menschen natürliche Ressourcen um sich zu ernähren und Städte und Straßen zu bauen. Doch seit mehr als dreißig Jahren wird mehr CO2 ausgestoßen, als von der Erde abgebaut werden kann. Wir übersteigen somit die Kapazität der Erde. Seit Mitte der 70er Jahre haben wir eine kritische Grenze erreicht und überschritten: Der menschliche Verbrauch an natürlichen Ressourcen übersteigt laufend die Reproduktionskapazität der Erde.

 

Gemäß den Berechnungen des Global Footprint Networks entspricht unsere Nachfrage an erneuerbaren ökologischen Ressourcen etwas mehr als anderthalb Erden. Die Statistiken zeigen, dass wir bis Mitte des Jahrhunderts die Ressourcen von zwei Planeten beanspruchen.

 

Die Tatsache, dass wir mehr und schneller natürliches Kapital verbrauchen als die Erde reproduzieren kann, kann mit Kosten verglichen werden, die unser Einkommen permanent übersteigen. In globalen Dimensionen gesprochen, werden die Kosten, die Schulden unseres ökologischen Raubbaus immer deutlicher sichtbar. Klimawandel- ein Ergebnis von Treibhausgaseffekten die schneller abgesondert werden als sie von den Wäldern und Ozeanen aufgenommen und umgewandelt werden können- ist das offensichtlichste und erdrückendste Ergebnis. Aber es gibt auch andere – schrumpfende Wälder, der Rückgang an Artenvielfalt, Überfischung, steigende Rohstoffpreise und soziale Unruhen, um nur einige zu nennen. Die ökologische und ökonomische Krise welche uns erwarten sind Symptome einer sich anbahnenden Katastrophe. Die Menschheit verbraucht mehr als unser Planet zur Verfügung stellen kann.

 

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064

 

Teile des Biotopverbunds Grünes Band werden auf dem Grundstücksmarkt verscherbelt

7. Juli 2016, Berlin/Nürnberg/Salzwedel: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt sich entsetzt über aktuelle Entwicklungen am Grünen Band, dem Verbund wertvoller Lebensräume entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Privatisierung kommunaler Flächen gegen Höchstgebot gefährde akut Erhalt und Entwicklung des Grünen Bands, für dessen Schutz sich die Umweltorganisation seit mehr als 25 Jahren einsetze.

 

„Die Flächenverkäufe konterkarieren insbesondere das jahrzehntelange Engagement des Bundes und der beteiligten Länder zum Schutz von Deutschlands längstem Lebensraumverbund. Durch eine Veräußerung seitens der Stadt Salzwedel droht eine der größten Lücken im Grünen Band zu entstehen. Elf Kilometer könnten jetzt in Privatbesitz übergehen und damit als Lebensraum und Wanderkorridor für die dort vorkommenden gefährdeten Tierarten wie Fischotter, Vogelazurjungfer und Braunkehlchen sowie für Pflanzenarten wie Wasserfeder, Salzschwaden und Stranddreizack verloren gehen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Dies trete die erst unlängst in der Koalitionsvereinbarung der neuen sachsen-anhaltischen Landesregierung für den Schutz des Grünen Bandes gesetzten Ziele mit Füßen. „Die Landesregierung will ein durchgängiges Grünes Band schaffen und es als Nationales Naturmonument ausweisen. Und zugleich wird nun durch die öffentliche Hand eine riesige Lücke in diesem Biotopverbund verursacht“, sagte Weiger.

 

Der BUND fordert die Stadt Salzwedel auf, im Zuge ihrer Haushaltkonsolidierung auf das einzigartige historische Naturerbe Grünes Band Rücksicht zu nehmen und die Flächen nicht auf dem Grundstücksmarkt zu verscherbeln.

„Der Stadt liegen Angebote für die Flächen sowohl von unserem Verband als auch vom Land Sachsen-Anhalt vor. In der Not auch noch den letzten Euro aus ihren Flächen herauszuquetschen anstatt das künftige Potential des Stadtforstes und des Grünen Bandes für die wirtschaftliche Entwicklung und das Gemeinwohl im Blick zu haben, ist eine überstürzte und falsche Entscheidung“, so Weiger.

 

Die Flächenverkäufe muteten wie ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten an. Nach dem Grenzfall habe der BUND über Jahrzehnte hartnäckig dafür geworben, dass die Flächen am Grünen Band als Bundeseigentum nicht auf dem Grundstücksmarkt angeboten werden. Es sei durch die gute Zusammenarbeit verbandlicher und behördlicher Entscheidungsträger gelungen, knapp die Hälfte des Grünen Bandes als „Nationales Naturerbe“ zu sichern. Damit könne diese einzigartige Erinnerungslandschaft auch künftigen Generationen als Symbol der Einheit in Freiheit dienen. „Wir haben geglaubt, dass die Zeiten, in der Grüne-Band-Flächen aus dem Eigentum der öffentlichen Hand an Privatbesitzer verkauft werden, längst der Vergangenheit angehören“, sagte der BUND-Vorsitzende.

Besondere Brisanz habe ein solcher Verkauf auch deshalb, weil neben den Flächen im eigentlichen Grünen Band – dazu gehörten Flächen zwischen Landesgrenze und ehemaligem Kolonnenweg – auch zwei der größten Naturschutz-Perlen am Grünen Band gefährdet seien. 1.400 Hektar einmaliger Waldwildnis drohe das Aus, wenn das „Bürgerholz“ und der „Buchhorst“ verkauft würden.

 

Der ganze Vorgang bestätige den BUND in seiner Forderung nach einem nationalen Förderprogramm „Lückenschluss Grünes Band“ zum Ankauf noch für den Naturschutz zu sichernder Flächen. „Wir brauchen einen Rettungsfonds für das Grüne Band, der in solch einem Fall einen schnellen Kauf der Flächen ermöglicht“, sagte Weiger. Insgesamt befinde sich noch ein Zehntel des Grünen Bandes in Kommunalbesitz, knapp ein Drittel in privatem Besitz. Sollten weitere Kommunen auf die Idee kommen, ihre Haushalte durch Verkäufe zu sanieren, drohe das Rückgrat des einzigen nationalen Biotopverbundsystems in Deutschland zerbrochen zu werden.

 

Hintergrund: Mit einer Länge von 1.393 Kilometern und einer Größe von 177 km² ist das Grüne Band Deutschlands einziger länderübergreifender Biotopverbund mit Beteiligung von neun Bundesländern. Es verbindet in einzigartiger Weise Natur, Kultur und Geschichte und ist Lebensraum für mehr als 1.200 gefährdete und teils vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Es finden sich hier 146 verschiedene Lebensraumtypen, rund zwei Drittel der Fläche des Grünen Bandes sind nach der Roten Liste Deutschlands gefährdete Lebensräume. Knapp ein Drittel befindet sich noch immer in Privatbesitz, was ein hohes Risiko intensiver Nutzung mit sich bringt.

Das Grüne Band ist Leuchtturmprojekt in der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ der Bundesregierung und wird im Bundesnaturschutzgesetzt namentlich als Teil des nationalen Biotopverbundsystems hervorgehoben. Aktuell haben zwei Landesregierungen (Thüringen und Sachsen-Anhalt) sich zum Ziel gesetzt, ihre Anteile am Grünen Band als „Nationales Naturmonument“ auszuweisen.

Der zum Verkauf stehende Stadtforst in Salzwedel ist ein bundesweit bedeutender Feuchtwald. Auf knapp 1.500 Hektar Fläche ist durch die Lage im ehemaligen Sperrgebiet ein einmaliges Wildnis-Gebiet entstanden, wie es die Zielstellung der o.g. Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung fordert. Neben der herausragenden Bedeutung für den Artenschutz speichert der Wald durch den drei Meter mächtigen Torfboden eine erhebliche Menge CO2 und trägt so auch zum Erreichen der Klimaschutzziele in Deutschland bei.

 

Bilder vom „Grünen Band“ finden Sie unter: www.bund.net/presse/bild_und_ton/aktionen_und_projekte/.

 

Pressekontakt:

Dr. Liana Geidezis, Leiterin BUND Projektbüro Grünes Band, Tel. 0911-575294-16

E-Mail: gruenesband@bund-naturschutz.de

Uwe Friedel, Projektkoordinator BUND Projektbüro Grünes Band, Tel. 0911-575294-12

Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer BUND Sachsen-Anhalt, Tel. 0160-7155064

E-Mail: oliver.wendenkampf@bund-sachsen-anhalt.de

 

 

Verwaltungsgericht bestätigt Tierhaltungsverbot Straathof

BUND Sachsen – Anhalt fordert Überprüfung aller Tierhaltungsanlagen in Sachsen – Anhalt e.V.

 

MAGDEBURG, 04-07-2016: Mutiger Landrat wird mit der heutigen Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Magdeburg bestätigt.

„Dieses Vorbild“, so Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt e.V. „muss nun Schule machen und sowohl die Landwirtschaftsministerin als auch die Landräte in Sachsen – Anhalt veranlassen entsprechend zu handeln“.

 

Mit der Abweisung der Klage und Nichtzulassung einer Berufung des „Tierquälers“ Adrianus Straathof hat das Verwaltungsgericht Magdeburg heute den Schlusspunkt unter den ungerechtfertigten Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Tierhalter und dem Landkreis Jerichower Land gesetzt.

 

Der Landkreis hatte im Herbst 2014 ein Tierhaltungs- und –betreuungsverbot gegen A. Straathof verhängt gegen das der damalige Tierhalter im November 2014 – wie heute deutlich wurde, zu Unrecht – geklagt.

"Diese Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Magdeburg“, so Wendenkampf weiter, „beendet nunmehr hoffentlich die Praxis der tierquälerische Haltungsbedingungen in Sachsen – Anhalt. Der mutigen Standhaftigkeit des Landrates Steffen Burchhardt und „seiner“ Veterinärbehörde ist es zu verdanken, dass es zu diesem Beschluss kommen konnte“, konstatiert Wendenkampf.

Letztere hatte mit den Feststellungen auf der Grundlage mehrerer Kontrollen die Gründe für das Tierhaltungsverbot sorgfältig in einer 337-seitigen amtstierärztlichen fachgutachterlichen Stellungnahme dargelegt und damit das Ausmaß der tierschutzwidrigen Zustände zutage gebracht, die heute Abschließend offenbar wurde.

Nicht Einzelfälle, sondern eine Vielzahl von körperlichen Versehrtheiten wie Ohrverlusten, Lahmheiten, Klauenabrissen, Schulterverletzungen, Abszessen, Leistenbrüchen, Nabelbrüchen und Darmvorfällen waren

dokumentiert.

Die meisten Verletzungen wurden nicht fachgerecht behandelt. Ringelschwänze waren zu kurz kupiert worden, tierärztliche Diagnosen fehlten, für Sauen vorgesehene Kastenstände waren zu klein und für Würfe mit hoher Ferkelzahl standen keine erforderlichen künstlichen Ammen zur Verfügung.

 

Umwelt-, Natur- und TierschützerInnen – nicht nur in Sachsen – Anhalt hoffen nun, dass die heutige Gerichtsentscheidung Schule macht und einen Meilenstein mit bundesweiter Auswirkung im Umgang des behördlichen Tierschutzes mit der Tierhaltungsindustrie gelegt hat.

Der BUND Sachsen – Anhalt e.V. appelliert daher an die zuständigen Veterinärbehörden bundesweit, bei ähnlich eklatanten tierschutzrechtlichen Verstößen ebenfalls umgehend Tierhaltungsverbote auszusprechen und so Anlagenbetreibern, die mit den ihnen anvertrauten Tieren unsachgemäß umgehen, würde dann in Zukunft das Recht genommen, Tiere zu halten. „Und das aus gutem Grunde“, wie Wendenkampf abschließend anmerkt.

 

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, Email: 0160 - 71 55 064

 

Kommunalabgabengesetz

Demo der Bürgerinitiativen adressiert leider nur einen Teil des Problems /BUND kritisiert Abwasserzweckverbände und deren Mitgliedskommunen /AfD generiert sich als Trittbrettfahrer ohne Sachkenntnis und disqualifiziert sich damit selbst

 

Magdeburg, 2.Juni 2016: Freilich, das geltende Kommunalabgabengesetz ist weder rechtskonform noch gerecht und wird daher spätestens vom Bundesverfassungsgericht „kassiert“ werden.

„Wir appellieren daher“, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt e.V., „an die christdemokratischen Abgeordneten ihre Blockadehaltung innerhalb der Kenia-Koalition aufzugeben und gemeinsam mit ihren Koalitionspartnern von SPD und Grünen ein Gesetz auf den Weg zu bringen, dass zum Einen die Möglichkeit der rückwirkenden Abwassergebührenerhebung unterbindet und so Rechtssicherheit schafft und zum Anderen die Straßenausbaubeträge ersatzlos zu streichen und damit dem Beispiel von Baden – Württemberg und Berlin zu folgen“.

 

Aber auch wenn das geltende Kommunalabgabengesetz rechtswidrig ist, liegt die Ursache nicht im Landesgesetz, sondern in der Praxis der Abwasserzweckbände und der Kommunen.

 

Wer seit Jahren und Jahrzehnten auf zentrale z.T. weit entfernte Großkläranlagen setzt – wohl wissend das dieses nicht zukunftsfähig finanzierbar ist, statt auf dezentrale biologische Anlage und diese Fehlplanung dann über erhöhte Abwassergebühren oder steuermittelfinanzierte Entschuldungsmaßnahmen zu refinanzieren sucht, wie die überwiegende Mehrzahl der Abwasserzweckverbände in Sachsen – Anhalt, der muss sich nicht wundern, wenn der Zorn der betroffenen Bevölkerung sich lautstark Bahn bricht.

„Das sich nun die Kommunen und ihren Abwasserzweckverbänden versuchen sich aus der Verantwortung zu stehlen und versuchen (nicht ohne Erfolg) den Unmut der Bevölkerung auf die Landesregierung abzuwälzen“, so Wendenkampf weiter, „ist die logische Konsequenz einer ignoranten und inkompetenten Politik der Abwasserzweckverbände und ihrer Mitglieder, der Kommunen“.

 

Eine solche Politik ist nur noch dadurch zu überbieten, dass sogar industrielle Abwässer wie bspw. in Weißenfels in kommunalen Kläranlagen geklärt werden sollen und die damit zusätzlich entstehenden Kosten auf alle angeschlossenen Bürgerinnen und Bürger abgewälzt werden.

 

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, 0160 - 71 55 064

Sohlerosion stoppen – Gesamtkonzept Elbe muss Zukunft der Elbe sichern

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, Nabu, WWF und Pro Elbe

Magdeburg, 22. Mai 2016

 

Anlässlich der am Montag in Magdeburg stattfindenden ersten Regionalkonferenz zum Gesamtkonzept Elbe begrüßt die Allianz der Umweltverbände und Bürgerinitiativen den begonnenen Prozess als wichtigen Schritt für einen nachhaltigen Umgang mit Deutschlands letztem freifließendem Strom, der Elbe.

 

Seit vielen Jahren fordern Umweltverbände, Bürgerinitiativen und andere gesellschaftliche Institutionen ein naturverträgliches Gesamtkonzept, um die drängenden Probleme am Elbfluss zu bewältigen. „Der inzwischen von Bund und Ländern initiierte Prozess bietet das Potential, den jahrelangen ergebnislosen Dauerkonflikt um den Fluss zu lösen und so den Weg ebnen, um unter anderem die europäische Wasserrahmenrichtlinie endlich korrekt umzusetzen.“ so die Vertreter von BUND, NABU, WWF und der Bürgerinitiative Pro Elbe.

 

„Eines der größten Probleme für Naturschutz, Wasserhaushalt aber auch mit Auswirkungen auf die Schifffahrt ist die Tiefenerosion der Elbsohle. Sie ist vor allem eine Folge der Begradigung des Elblaufs, der Uferbefestigungen und der Buhnen. Langfristig betrachtet bedroht diese Entwicklung die gesamte Natur- und Kulturlandschaft des Elbetals wie z.B. das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und das UNESCO-Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Denn durch die Sohlerosion sinkt der Wasserspiegel der Elbe. Damit wird der Aue das Wasser entzogen, das sie für ihr Überleben dringend benötigt.“ erklärt Georg Rast, Gewässerexperte des WWF.

 

„Der Mensch profitiert maßgeblich von den ökologischen Leistungen der Flüsse und ihrer Auen. Dazu gehören beispielsweise die Selbstreinigung, der Hochwasserschutz, die Funktion als Nährstoffsenke sowie als Speicher von Klimagasen. Ein funktionierender Wasserhaushalt, also die Versorgung der Auen mit Wasser, und eine naturnahe Wasserstands-Abflussdynamik sind Voraussetzung dafür. Daher ist es die Aufgabe eines Gesamtkonzepts, das vorhandene Regelungssystem der Elbe so zu modifizieren, dass es nicht nur verkehrlichen sondern auch ökologischen Anforderungen gerecht wird.“ betont der NABU Elbe-Experte Yves Bloege.

 

BUND-Elbe Expertin Iris Brunar fordert ein Umdenken: „Bislang lag die Priorität im Umgang mit der Elbe auf ihrer Funktion als Wasserstraße, trotz der negativen Auswirkungen auf die Flusslandschaft und trotz zurückgehenden Transportvolumens per Schiff. In Zeiten des Klimawandels und der sich häufenden Extreme von Hoch- und Niedrigwasser muss neu nachgedacht werden. Das Gesamtkonzept Elbe bietet endlich eine Gelegenheit umzusteuern und ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur möglich zu machen.“

 

„Die Natur der Flusslandschaft Elbe bedeutet für jene die hier leben ein Stück Heimat und lockt immer mehr Menschen in die Region. Der Tourismus wuchs in den letzten Jahren mehr und mehr zu einer wirtschaftlichen Größe. Die Besucher entdecken Landschaften, Tiere und Pflanzen, die es anderswo nicht oder nur noch selten gibt. Um die Flusslandschaft in dieser Region zu erhalten, muss die Elbe wieder breiter werden und langsamer fließen.“ betont Angela Stephan, Sprecherin der Bürgerinitiative Pro Elbe.

 

Die Verbände fordern, dass im Gesamtkonzept Elbe die Weichen für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Entwicklung der Elbe gestellt werden, die die wertvollen Ressourcen der Flusslandschaft auch für zukünftige Generationen wiederherstellt und erhält. Zusätzlich muss sich darin eine Antwort zur Sohleintiefung finden. Die schädliche Eintiefung muss gestoppt und die Sohle angehoben werden. Eine bloße Reduzierung der Erosionsrate sei langfristig nicht ausreichend, da dies keine Verbesserung der unhaltbaren Situation an der Elbe bedeute. Eine Antwort könne ein integriertes Maßnahmenpaket sein, das über die bisherige Geschiebezugabe hinausgeht. „Erste gezielte Vorhaben sind baldmöglichst umzusetzen, denn jede weitere Eintiefung erschwert zukünftige Lösungskonzepte“, sind sich die Verbände und Pro Elbe einig.

 

Pressekontakt für Rückfragen:

 

BUND: Iris Brunar, BUND AG Elbe; Mobil: 0178 – 163 7978; E-Mail: iris.brunar@bund.net

NABU: Yves Bloege, NABU BAG-Elbe; E-Mail: yvesbloege@gmx.de; Annette Leipelt, Pressekontakt NABU- Landesverband: Tel. 03 91-5 61 9350

WWF Deutschland: Georg Rast, Referent Wasserwirtschaft; Mobil: 0151 1885 4959; E-Mail: Georg.Rast@wwf.de

Bürgerinitiative Pro Elbe: Dr. Angela Stephan; Mobil: 0173 – 871 3290

 

 

BUND fordert Stopp des Elbe-Ausbaus

Einladung zum Pressetermin am 22. Mai 2016

 

Zeit: Sonntag, 22. Mai 2016, 11:00-13:00 Uhr

Ort: Treffpunkt: Magdeburg, Elbufertreppen am Domfelsen / Elbe

Mit: Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Professor Claudia Dalbert

Ministerin für Arbeit und Soziales, Petra Grimm Benne

 

Iris Brunar, Mitglied des Landesvorstandes des BUND Sachsen – Anhalt

Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt

Magnus Wessel, Leiter Gewässerpolitik BUND e.V.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 23. Mai findet in Magdeburg die erste Regionalkonferenz zum „Gesamtkonzept Elbe“ statt, bei der die ersten Zwischenergebnisse der aktuellen Verhandlungen über die Zukunft der Elbe der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. Die Elbe zählt zu den letzten naturnahen Flüssen in Mitteleuropa. Um die Schiffbarkeit des Flusses zu verbessern, wurden die Ufer an vielen Stellen geschottert und der Fluss begradigt. Der Bau von Tausenden Buhnen und befestigten Ufern hat die Fließgeschwindigkeit der Elbe so stark erhöht, dass der Fluss sich immer tiefer in sein Bett gräbt und der Wasserspiegel sinkt. Die Auwälder des UNESCO-Welterbes Dessau-Wörlitzer Gartenreich, seine Kanäle und Seen sowie zahlreiche Feuchtwiesen und alte Flussarme an der Elbe drohen weiter auszutrocknen.

Der BUND Sachsen-Anhalt wird am Vortag der Konferenz in Magdeburg gemeinsam mit der Umweltministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Claudia Dalbert und der Ministerin für Arbeit und Soziales, Petra Grimm-Benne, für eine Naturnahe Elbe Stellung beziehen und seine Forderungen für die Zukunft der Elbe formulieren unter dem Motto „Raus mit dem Schotter, mehr Raum für Mensch und Natur“ – um eine klares Statement für den Einklang von Natur und Mensch zu setzen. Zu der Aktion vor dem Ufer am Magdeburger Dom wurden auch die umweltpolitischen Sprecher der Regierungsparteien CDU, SPD und Grüne eingeladen.

 

Pressekontakt:

Oliver Wendenkampf, mobil: 0160 7155064, email: oliver.wendenkampf@bund-sachsen-anhalt.de, www.bund.net

 

EEG Entwurf 2016/ Sonderministerpräsidentenkonferenz am 12. Mai 2016

BUND Sachsen – Anhalt e.V. fordert die Landesregierung auf den Koalitionsvertrag ernst zu nehmen und appelliert an den Ministerpräsidenten sich für einen EEG einzusetzen, dass den „naturverträglichen Ausbau der regenerativen Energien“ wirklich voran bringt.

 

Magdeburg, 10.5.2016: Energiewende und Bürgerenergie voran bringen und nicht ausbremsen ist die Forderung die der BUND e.V. an ein zukunftsfähiges „Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) stellt.

„Mit Blick auf den Koalitionsvertrag der Landesregierung“, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt e.V. und kommissarischer Sprecher des Landesarbeitskreis Energie des Verbandes, „appellieren wir daher an den Ministerpräsidenten Reiner Haseloff, auf der Sonderministerpräsidentenkonferenz am 12. Mai 2016 für ein EEG einzusetzen, dass den naturverträglichen Ausbau der regenerativen Energien und die Stärkung von Bürgerenergiekraftwerken voran bringt, statt sie wie im Vorliegenden Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums noch vorgesehen, auszubremsen.

 

Der BUND Sachsen – Anhalt e.V. fordert die Landesregierung zudem auf, durch bessere Planung und adäquate Umsetzung dieser Planung auf regionaler und Landesebene die Energiewende naturverträglich umzusetzen. Auch müsse die Einhaltung naturschutzfachlicher Standards auch behördlich besser überprüft und durchgesetzt werden.

 

Erst recht nach den Klimabeschlüssen von Paris müsste die Bundesregierung mehr Erneuerbare und mehr Klimaschutz anschieben, statt ein EEG zu verabschieden, welches genau das Gegenteil bewirken wird.

„So sieht der vorliegende Entwurf des EEG z.B. vor“, so Wendenkampf, „die erfolgreiche Förderung wird durch riskante Ausschreibungen zu ersetzen und Bürgerenergiekraftwerke auch dadurch auszubremsen“.

 

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, Email: 0160 - 71 55 064

 

 

 

Windkraft-Lobbyisten ignorieren den Artenschutz

Studie zu Rotmilan und Mäusebussard verharmlost Gefahren

 

Naturverträglicher Ausbau der Windkraft ist ohne die Berücksichtigung möglicher Konflikte mit dem Artenschutz bei der Planung von Windenergieanlagen nicht möglich

 

Magdeburg, 07.4.2016:- Anlässlich der für den heutigen Donnerstag angekündigten Studie „Windenergie und Rotmilan – ein Scheinproblem“ des Schweizer Ingenieurbüros KohleNusbaumer kritisiert der BUND Sachsen – Anhalt e.V. den Versuch von Teilen der Windenergie-Branche, mit unhaltbaren Aussagen den Konflikt zwischen Windenergie und dem Schutz von Greifvögeln hinweg zu reden.

 

„Wir sind sehr enttäuscht“, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt e.V., das zumindest Teile der Windenergiebranche so wenig bereit sind, das real existierende Artenschutzproblem anzuerkennen und gemeinsam mit uns an sinnvollen, von geltendem Recht gedeckten Lösungen für eine naturverträgliche Energiewende zu arbeiten. Verstöße gegen das Artenschutzrecht lassen sich aber nicht Wegdiskutieren sondern müssen inhaltlich gelöst werden. Alles andere hat auch bei einer gerichtlichen Überprüfung keine Chance“.

 

Greifvögel wie der weltweit bedrohte und vor allem in Deutschland heimische Rotmilan, der in Sachsen – Anhalt sein Hauptverbreitungsgebiet hat, gehören zu jenen Arten, die am meisten durch Kollisionen mit Windrädern gefährdet sind. Dieses Problem ist wissenschaftlich hinlänglich belegt. Es muss, genau wie andere naturschutzfachliche Belange, von der Branche anerkannt und bei der Planung von Vorranggebieten und jedes einzelnen Windrads berücksichtigt werden. Andernfalls ist der auch vom BUND befürwortete naturverträgliche Ausbau der Windenergie nicht möglich.

 

Im „Helgoländer Papier“ der Länderarbeitsgemeinschaft der

staatlichen Vogelschutzwarten wurde erst kürzlich, im Jahr 2015,

der aktuelle Stand der Wissenschaft zur Gefährdung von Vögeln

durch Windkraft an Land zusammengestellt.

Für die betroffenen Arten empfiehlt das Papier fachlich fundierte Mindestabstände zwischen windkraftsensiblen Vogelvorkommen

und Windenergieanlagen.

Diese Angaben dienen auch den Gerichten als fachliche Messlatte.

 

„Die nun vorgestellte Studie des Büros KohleNusbaumer und andere durch die Windenergiebranche in den letzten Monaten gestreute Dokumente sollen offenbar suggerieren, dass die weltweit anerkannte Gefährdung von Greifvögeln durch Windenergie nicht existiert. Möglicherweise erhofft sich ein Teil der Branche, die Windenergie ausbauen zu können, ohne Rücksicht auf den Artenschutz und in der Praxis bewährte Regeln wie das Helgoländer Papier nehmen zu müssen“, so Wendenkampf.

 

Bei näherer Betrachtung fällt in der Tat auf, dass in dem Papier selektiv ausgewählte Fakten aus nicht vergleichbaren Quellen in irreführender Weise vermengt werden. So wird beispielsweise, ein deutschlandweit leicht zurückgehenden Rotmilanbestand in einen dramatischen Bestandsanstieg umgedeutet.

Die Tatsche indes bleibt, dass der Rotmilan zwar in der Heimat des Autors, also in der weitgehend windenergiefreien Schweiz, zunimmt, in Deutschland hingegen nimmt der Rotmilan nur im bisher windkraftarmen Südwesten zu, während seine Bestände im windkraftreichen Norden und Osten Deutschlands zurückgehen.

 

Eine 2013 im Fachblatt Journal for Nature Conservation veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung berechnete, dass allein im Land Brandenburg jährlich vermutlich um die 320 Rotmilane an Windkraftanlagen tödlich verunglücken. Für ganz Deutschland muss bei einem aktuellen Brutbestand von 12.000 bis 18.000 Paaren entsprechend von über 1.000 Todesfällen pro Jahr ausgegangen werden. In Regionen mit vielen Windenergieanlagen wird damit bereits heute die Grenze der Belastbarkeit der Population erreicht. Umso wichtiger ist es dafür zu sorgen, dass neue Windräder nur dort gebaut werden, wo keine erhöhte Tötungsgefahr besteht.

 

Für den wesentlich häufigeren Mäusebussard ist nach den Ergebnissen einer neuen, vom Bundeswirtschaftsministerium finanzierten Studie sogar mit 10.000 bis 12.500 kollidierten Vögeln pro Jahr zu rechnen. Dies kann in bestimmten Regionen ebenfalls zu einem Zusammenbruch der

Bestände führen, wie er beispielsweise in Schleswig-Holstein

bereits zu beobachten ist.

 

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, Email: 0160 - 71 55 064

 

Offener Brief: Wiederzulassung von Glyphosat

Ihr klares Bekenntnis gegen Glyphosat auch auf der bevorstehenden Agrarministerkonferenz

 

Sehr geehrter Minister Aeikens,

 

in Ihrer Verantwortung liegt es, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt davon zu überzeugen, in Brüssel gegen eine Wiederzulassung von Glyphosat zu stimmen. Wir erwarten von Ihnen auf der kommenden Agrarministerkonferenz ein klares Bekenntnis gegen Glyphosat.

 

Am 7. und 8. März 2016 hat die EU-Kommission für ihre Genehmigungsvorlage zu Glyphosat keine Mehrheit erhalten, zu viele Mitgliedstaaten waren zu skeptisch. Auch Deutschland hat sich bei der Probeabstimmung enthalten. Voraussichtlich steht Glyphosat am 18. und 19. Mai erneut auf der Agenda. Die EU-Kommission hatte den Mitgliedstaaten zuvor die Möglichkeit gegeben, Änderungsvorschläge einzureichen. Aber Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt schweigt hartnäckig, obwohl ihn fast 30.000 BürgerInnen in einer E-Mail-Aktion darum gebeten hatten die deutsche Position offen zu legen.

 

 

Dabei ist Glyphosat so umstritten wie nie zuvor:

Der Krebsverdacht ist nicht ausgeräumt! Die Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation hat Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" (2A) für den Menschen eingestuft. "2A" ist die zweithöchste Gefahrengruppe. Seit Langem steht Glyphosat im Verdacht, Krebs auszulösen. Die Bewertung der EFSA ist allerdings eine andere. Sie sagt von Glyphosat gehe kein Krebsverdacht aus.

Glyphosat hat möglicherweise endokrine, also hormonell wirksame Eigenschaften! Aus der Genehmigungsvorlage der EU-Kommission geht hervor, dass die Glyphosat-Hersteller keine ausreichenden Unterlagen vorgelegt haben, um sicherzustellen, dass der Wirkstoff keine endokrinen, also hormonell wirksame Eigenschaften hat. Deshalb dürfen die Hersteller noch bis zum 1. August 2016 Informationen nachreichen. Ein wesentlicher Teil der Risikobewertung scheint damit nicht abgeschlossen. Dies ist umso gravierender, als ein Wirkstoff nach EU-Recht nicht genehmigungsfähig ist, wenn er als „endokriner Disruptor“ eingestuft wird. Die Glyphosat-Genehmigung läuft Ende Juni 2016 aus, bis dahin soll die Wiederzulassung erfolgen. Wenn aber die Hersteller Datenlücken erst nach erteilter Genehmigung schließen müssen, dann verlangt die EU-Kommission von den Mitgliedstaaten, die Katze im Sack zu kaufen.

Die Kollateralschäden, die Glyphosat in der Umwelt hinterlässt, sind unstrittig! Es tötet als Totalherbizid alle Pflanzenarten – und ist damit einer der großen Treiber des Biodiversitätsverlustes in der Agrarlandschaft. Glyphosat zerstört großflächig Lebensräume, so dass Insekten wie Wildbienen und Vögel wie die Feldlerche keine Nahrung mehr finden und aussterben.

Die hohe Glyphosat-Belastung beim Menschen ist nachgewiesen! Aber woher die hohe Belastung der deutschen Bevölkerung mit Glyphosat kommt, ist nicht geklärt. Verschiedene Studien – vom BUND, vom UBA und der Bürgerinitiative Landwende – zu Glyphosat im Urin zeigen, dass ein Großteil der Menschen dauerhaft Glyphosat ausgesetzt ist. Studien über die Wirkungen einer Langzeitbelastung der Menschen mit Glyphosat in geringen Dosierungen gibt es nicht. Wie Glyphosat immer wieder in den Körper gelangt, ist unklar, über die Belastungspfade ist nichts bekannt.

Die chemische Unkrautbekämpfung mit Glyphosat ist durch Pflügen und Grubbern ersetzbar! Glyphosat ist in der Landwirtschaft vollständig zu ersetzen und das in vielen Bereichen kostenneutral, wie die Studie des Julius-Kühn-Instituts „Folgenabschätzung für die Landwirtschaft zum teilweisen oder vollständigen Verzicht auf die Anwendung von glyphosathaltigen Herbiziden in Deutschland“ vom November 2015 zeigt. Die Alternativen zur chemischen Unkrautbekämpfung sind Pflügen und Grubbern; nur in einem Fall – der Sikkation in Raps – wird überhaupt ein anderes Pestizid in Erwägung gezogen. (http://www.jki.bund.de/downloadFatPdf.php?)file=2015_0396.pdf

 

Sehr geehrter Herr Aeikens,

 

Wir erwarten von Ihnen als Landwirtschaftsminister ein klares Bekenntnis zum Vorsorgeprinzip und zum Schutz von Mensch und Natur. Bitte bedenken Sie, dass nach dem „Verbrauchermonitor Spezial“ zu Pestiziden und Glyphosat, dass das BfR Anfang März 2016 veröffentlicht hat, 65 Prozent aller Befragten angaben, ein Lebensmittel nicht zu kaufen, sobald sie wüssten, dass es Pestizid-belastet sei. Bitte fordern Sie Bundesagrarminister Schmidt auf, in Brüssel gegen die Glyphosat-Wiederzulassung zu stimmen. Glyphosat ist Gift für Mensch, Umwelt und Natur und darf nicht für weitere 15 Jahre zugelassen werden! Die Natur Ihrer Heimat und die BürgerInnen Ihres Bundeslandes werden es Ihnen danken!

 

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wendenkampf

- Landesgeschäftsführer -

 

Luftreinhaltung in Städten zur Chefsache machen – Umweltministerkonferenz muss Druck auf Bundesregierung ausüben

Magdeburg/Berlin, 07.4.2016: – Neben den Umwelt- und Verkehrsverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der ökologische Verkehrsclub (VCD) fordert auch der BUND Sachsen – Anhalt e.V. von den TeilnehmerInnen der heutigen Sondersitzung der Umweltministerkonferenz ein Umdenken in Sachen Luftreinhaltung in Städten ein. Insbesondere die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) liege aufgrund des hohen Anteils von Dieselmotoren in der Pkw-Flotte weiterhin deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten und schädige so Tag für Tag die Gesundheit hunderttausender Menschen. Nach Angaben der Europäischen Umweltbehörde (EEA) gehen allein in Deutschland jährlich mehr als 10.000 vorzeitige Todesfälle auf die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid zurück.

 

„Wir fordern Umweltminister Aieckens auf, so Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen – Anhalt e.V. „sich bei der Bundesregierung für wirksame Instrumente zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor gesundheitsschädlichen Autoabgasen einzusetzen und die für die Luftreinhaltung zuständigen Behörden hierzu besser auszustatten“.

 

Insbesondere eine Weiterentwicklung der Umweltzonenregelung sei überfällig. Bereits 2015 hatten die Verbände ein Konzept für eine Blaue Plakette für die Kennzeichnung emissionsarmer Fahrzeuge vorgestellt und in einem Hintergrundpapier zusammengefasst. Kommunen hätten dadurch die Möglichkeit, gezielt Fahrzeuge mit hohen Emissionen aus den belasteten Gebieten auszuschließen und so die Stickoxidbelastung signifikant zu mindern. Aufgrund der bekanntgewordenen Manipulationen von Abgaswerten sieht das Konzept der Umweltverbände vor, dass nur solche Fahrzeuge eine Blaue Plakette erhalten, welche die Emissionswerte für Dieselfahrzeuge der Euro 6-Norm auch im Realbetrieb einhalten.

 

„Auch Sachsen – Anhalt“, so Wendenkampf, „ist in der Verantwortung

und muss darauf drängen, dass der Abgasskandal lückenlos

aufgeklärt wird“.

Derzeit lasse die Bundesregierung Länder und Kommunen mit

dem Problem überhöhter Schadstoffwerte weitgehend allein.

Trotz vielfach erhöhter Abgaswerte von Pkw im realen

Straßenverkehr stelle sich die Bundesregierung und insbesondere der zuständige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bislang schützend vor die Automobilindustrie und vernachlässige durch Untätigkeit den Gesundheits- und Verbraucherschutz. Ohne sofortige Maßnahmen seien auch künftig massive Überschreitungen der gesetzlichen Schadstoffgrenzwerte zu erwarten.

 

Die Umwelt- und Verkehrsverbände fordern die Länder zugleich auf, nicht allein auf Maßnahmen des Bundes zu warten, sondern bereits bestehende Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität wie etwa die Stärkung des Umweltverbundes oder Parkraumbewirtschaftung aktiv zu nutzen. Ein attraktiver ÖPNV sowie der Ausbau von Radwegen und -abstellmöglichkeiten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Luftreinhaltung.

 

 

Für Rückfragen: Oliver Wendenkampf, Email: 0160 - 71 55 064

Hintergrund: www.bund.net/pdf/blaue_plakette

 

Fleischatlas Deutschland Regional 2016

Gemeinsame Pressemitteilung vom 13. Januar 2016

 

Neuer „Fleischatlas Deutschland Regional 2016“ mit Daten und Fakten aus 16 Bundesländern veröffentlicht. Heinrich-Böll-Stiftung und BUND fordern effektive Maßnahmen gegen Höfesterben

 

Berlin: Die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben heute in Berlin den ersten „Fleischatlas Deutschland Regional 2016“ mit Daten, Fakten und Grafiken zu Fleischproduktion und -konsum in den 16 Bundesländern veröffentlicht. Demnach konzentriert sich die Produktion von Fleisch auf immer weniger Betriebe, zugleich setzt sich das Höfesterben ungebremst fort.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, sagte anlässlich der Präsentation des Atlas: „In den letzten 15 Jahren mussten bis zu 80 Prozent der Betriebe bzw. Bauernhöfe die Tierhaltung aufgeben, während gleichzeitig bundesweit bis zu 50 Prozent mehr Fleisch produziert wird.“ Massiv seien das Höfesterben, Konzentrationsprozesse und die zunehmende Industrialisierung vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen in der Rinder- und Schweinezucht, so Unmüßig weiter. Doch auch in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nehme zwar die absolute Zahl der Schweine- und Hühnerhaltungen ab, die Betriebe würden jedoch immer größer. “Wenn bei steigenden Produktionsmengen in Bayern fast 30.000 Betriebe und in Niedersachsen mehr als 13.000 Höfe die Schweinehaltung aufgeben, dann haben wir es mit einem tiefgreifenden Strukturwandel zu Lasten kleinbäuerlicher und mittelständischer Betriebe zu tun. Dies befördert weiter eine agroindustrielle Landwirtschaft, deren Folgen für das Tierwohl und die natürlichen Lebensgrundlagen auf immer weniger gesellschaftliche Akzeptanz stoßen.“ Zugleich mache diese Landwirtschaft noch abhängiger von Futtermittelimporten aus dem Ausland, wo Sojamonokulturen bereits heute soziale und ökologische Verheerungen anrichteten, sagte Unmüßig.

Laut „Fleischatlas Deutschland Regional 2016“ wächst die Fleischproduktion in jenen Bundesländern am stärksten, in denen bereits überdurchschnittlich viele Tiere gemästet werden. „Der Trend zu Megamastanlagen geht weiter. Neue Tierfabriken werden geplant, wo die Auswirkungen der Fleischindustrie bereits am deutlichsten zu spüren sind. Dort sind die Ammoniak-Emissionen aus den Ställen und die Nitratwerte im Grundwasser jetzt schon inakzeptabel hoch“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Neben Nordrhein-Westfalen gelte dies insbesondere für Niedersachsen, wo Mitte 2015 bereits rund vier Millionen Mastschweine gezählt worden seien. Nach Recherchen des BUND wurden zwischen 2012 und 2015 von den niedersächsischen Behörden über hundertfünfzigtausend Schweinemastplätze neu genehmigt. „Allein im Landkreis Vechta wurden zwischen 2013 und 2014 trotz einer bereits existierenden extrem hohen Schweinedichte über 87.000 neue Schweinemastplätze genehmigt. Im Kreis Vechta produzieren knapp 800 Schweinemäster mehr Tiere als in ganz Schleswig-Holstein oder Hessen. Dies gefährdet die Trinkwasserversorgung und geht oftmals mit einer Missachtung des Tierwohls einher“, sagte Weiger.

Eine ähnliche Entwicklung sieht der BUND-Vorsitzende in der Geflügelfleischproduktion. Neben Niedersachsen solle beispielsweise auch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen in immer größeren Anlagen immer mehr Geflügel gezüchtet werden. Würden alle beantragten Tierplätze genehmigt, könnte die Masthühnchen-Haltung in Brandenburg noch einmal um knapp acht Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern um mehr als 16 Prozent, in Sachsen-Anhalt sogar um über 30 Prozent wachsen. Auch in Sachsen seien hohe Steigerungsraten zu erwarten.

Das mit dem Wachstum großer Masttieranlagen verbundene Höfesterben lasse sich nur stoppen, wenn Agrarsubventionen künftig stärker an Kriterien wie die Leistung der Betriebe für das öffentliche Wohl gebunden würden. Weiger: „Dumpingpreise für Lebensmittel treiben viele Bauern in den Ruin. Die Bundesregierung und insbesondere Bundesagrarminister Christian Schmidt müssen endlich gegensteuern und den Irrsinn von Massenproduktion, Export und der Maximierung von Profiten beenden. Nur dann können bessere Tier- und Naturschutzstandards gewährleistet werden.“

Heinrich-Böll-Stiftungsvorstand Unmüßig ergänzte: „Auch bei den Schlachtbetrieben sind es die zehn größten Konzerne, die mehr als 70 Prozent aller Schweine schlachten. Die riesigen Anlagen liegen dicht an dicht – fast alle in Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen. Inzwischen führen die qualvolle Tierhaltung, der unkontrollierte Einsatz von Antibiotika und eine massive Umweltverschmutzung dazu, dass die Menschen immer weniger Vertrauen in die Fleischwirtschaft haben.“

Inzwischen seien über 80 Prozent der Deutschen bereit, höhere Preise für Fleisch und Wurst zu zahlen, wenn sie dadurch zu besseren Haltungsbedingungen der Tiere beitragen könnten. „Doch statt diese Chance zu ergreifen, setzt die deutsche Agrarpolitik weiter vor allem auf Dumpingpreise und massive Exporte auf den Weltmarkt und schadet so den Bauern, der Umwelt und den Tieren hier und weltweit“, sagte Unmüßig.

 

Der neue Fleischatlas „Deutschland Regional“ der Heinrich-Böll-Stiftung und des BUND präsentiert auf über 50 Seiten und in zahlreichen Grafiken erstmalig die Zahlen und Fakten rund um Fleischproduktion und -konsum in jedem der 16 deutschen Bundesländer. Er steht ab dem 13. Januar unter www.boell.de/fleischatlas bzw. www.bund.net/fleischatlas zum Download zur Verfügung. Ebenso sind alle Grafiken und Tabellen einzeln in verschiedenen Formaten zur freien Verwendung verfügbar.

 

Die Ergebnisse einer BUND-Recherche zu geplanten Tiermast-Plätzen in Deutschland finden Sie als Landkreis-genaue interaktive Karte im Internet unter: www.bund.net/mastanlagen

 

Pressekontakt: Heinrich-Böll-Stiftung, Pressesprecher Michael Alvarez Kalverkamp, Tel. 030-28534-202, Mobil: 0160-3657722, E-Mail: alvarez@boell.de, www.boell.de

bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-464, Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

 

Quelle: http://bund-sachsen-anhalt.de/index.php?id=1173&cHash=