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Sachsen-Anhalt, Land der vielfältigsten Alleen

Winterallee

Alleen sind Kulturgut und prägender Landschaftsbestandteil in Sachsen-Anhalt. Als „grüne Bänder“ bieten sie Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Der zunehmende Straßenverkehr, überhöhte Geschwindigkeiten, zunehmender und nicht immer naturschutzfachlich gerechtfertigter Straßenbau, unsachgemäßer Radwegebau, falsche Pflege und Überalterung verwandeln die im Landschaftsbild unseres Landes so bedeutenden Alleen häufig in Gefahrenquellen für den Menschen.


Sachsen-Anhalt, das deutsche Bundesland mit den wohl vielfältigsten Alleen überhaupt hat einiges zu bieten:

Von den „klassischen“ Eichen, Linden, Kastanie, und Ahornalleen, die wir auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg finden, zeigen sich in Sachsen-Anhalt neben Birkenalleen auch die Obstbaumalleen (Kirschen, Äpfel, Birnen, Mirabellen, u. a.) des Harzvorlandes, der Börde und Anhalts.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Schönheit dieser vielfältigen Alleenlandschaft einem breiten Publikum näher zu bringen.
Mit zahlreichen Fahrradtouren (Tour d’Allee) werden wir gemeinsam die Alleen dieser Region entdecken.

Kostenlose Alleenpostkarten, Informationsveranstaltungen, Alleenpatenschaften und Baumpflanzungen sollen zum zukunftsfähigen Umgang mit unseren Bäumen, insbesondere Alleebäumen anregen.
Und schließlich zeigen unsere Alleen-Ausstellung und der Alleen-Infostand Präsenz auf regionalen und nationalen Messen, und sollen dazu animieren, den Urlaub in Sachsen-Anhalt, dem Land der vielfältigsten Alleen zu verbringen.

Kulturerbe und Markenzeichen

Noch kann man über 850 Kilometer Alleen in Sachsen-Anhalt bestaunen. Schon seit dem 18. Jahrhundert erfüllen Alleen viele wichtige Funktionen. So wurden sie u. a. als Windschutz angelegt, zur Verschönerung der Landschaft sowie zur Versorgung der ärmeren Bevölkerung mit Obst. Vorrangiger Zweck war allerdings die Sicherung der Verkehrswege, da die Bäume Reisende vor Regen schützten und vom Schnee überdeckte Wege weithin sichtbar markierten.
Ironie der Geschichte: Im 21. Jahrhundert nun dient die Verkehrssicherheit zu Unrecht oft als Grund zur Fällung vieler Alleebäume.

Heute werden immer mehr Pflegekosten eingespart und damit ein Kulturgut gefährdet, das bereits im Land vorhanden ist - und nicht erst künstlich geschaffen werden muss. Alleen gehören zu Sachsen-Anhalt, daher legt der BUND ein besonderes Augenmerk darauf, dieses Kulturerbe zu bewahren. Alleen sind für Einheimische ein identitätsstiftendes Merkmal und für Touristen ein auffälliges Markenzeichen. So zum Beispiel die alte Salzstraße im Raum Halle, oder die Heerstraße im mitteldeutschen Raum, die von großem historischem Wert und teilweise noch sehr gut erhalten sind.
Außerdem durchquert die „Deutsche Alleenstraße“ Sachsen-Anhalt.
Hier kommen Sie zur Startseite der deutschen Alleenstrasse.

Unersetzlich für Mensch und Tier

Bäume sind hervorragende Sauerstofflieferanten: Am Tag produziert ein ausgewachsener Baum Sauerstoff für den Bedarf von 10 Menschen. Darüber hinaus fungieren Alleebäume auch als Biofilter, indem sie Staub und Abgase aus der Luft filtern. Dadurch wirken sich Alleebäume sehr positiv auf das Mikroklima im Straßenraum aus. Alleen spenden Schatten und bieten einen ausgezeichneten Windschutz, indem sie die Winderosion von den nahen Ackerflächen erheblich reduzieren. Der Straßenraum wird dadurch auch weniger stark von Schnee oder Regen beeinträchtigt. Gerade im Hinblick auf die Klimaveränderungen und die zunehmenden Versteppungstendenzen wird die Winderosion gerade im Norden Sachsen-Anhalts zukünftig ein ernst zu nehmendes Thema sein.

Alleebäume bieten aber auch zahlreichen Tierarten wie Vögeln, Käfern, Spinnen oder Wildbienen eine Vielfalt von Lebensräumen und des Weiteren verbinden sie Biotope miteinander. Besonders an weniger befahrenen Straßen mit altem Baumbestand kann man viele Tiere beobachten. Diesen Bestand gilt es zu bewahren!

Alleen verschwinden langsam

Sachsen-Anhalts Kulturgut ist in Gefahr! Es gibt zahlreiche Ursachen für das Sterben von Alleebäumen: unsachgemäße Schnittmaßnahmen, Ausbau von Straßen, Geh- oder Radwegen, Anfahrtsschäden, Tausalzeinsatz im Winter, etc. In vielen Fällen sieht man das Ausmaß der Schädigungen erst Jahre später - die Lebenserwartung der Bäume wird dadurch oft erheblich reduziert.

Straßenverbreiterungen stellen ein doppeltes Problem dar. Zum einen führen verbreiterte Straßen zu höheren Geschwindigkeiten des Verkehrs und erhöhen damit die Unfallgefahr, zum anderen werden Bäume häufig an den Wurzeln geschädigt. Werden die Wurzeln beim Straßenbau verletzt, dringen holzzersetzende Pilze ein. Bei einer Verdichtung des Bodens fehlt ihnen Sauerstoff, sie können nicht mehr atmen und sterben langsam ab. Ein maßvoller und baumschonender Straßenbau ist daher unumgänglich. Im Naturschutzgesetz Sachsen-Anhalts hat der Schutz der Alleen leider auch keinen Platz gefunden. Nachpflanzungen für gefällte Bäume sind nicht vorgesehen.

Das alles führt dazu, dass langsam und fast unbemerkt viele Kilometer Alleen in Sachsen-Anhalt verschwinden. Das hohe Alter der Bäume ist zudem Reiz und Gefahr zugleich, denn die imposanten „Riesen“ müssen sorgfältig gepflegt werden. Gleichzeitig müssen neue Alleen gepflanzt werden, um den Alleebestand auch für künftige Generationen zu sichern - nur ein langfristiger "Alleeumbau“ kann das leisten.

Viele Schnitte - wenig Pflege

geschädigter Baum

Im Gegensatz zu den Ländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist der Allenschutz im sachsen-anhaltinischen Naturschutzgesetz nicht verankert. So heißt es von Seiten des Verkehrsministeriums: “Nach den Naturschutzgesetzen des Bundes und der Länder sind historische Kulturlandschaften mit besonderen charakteristischen Eigenschaften, zu denen auch Alleen gehören, zu erhalten und zu schützen.“

Doch neben dem natürlichen Alterungsprozess, dem Straßenbau und dem permanent ansteigenden Verkehr werden Alleebäume vor allem durch unsachgemäße Pflege belastet. So manche Schnittmaßnahme ist keine Baumpflege! Unsachgemäßer Baumschnitt bedroht viele Alleebäume, da der billigste „Baumschneider“ engagiert werden muss. Die Beseitigung von Blattmasse führt zu Energieverlust am Baum und bei großflächigen Schnittmaßnahmen werden ihm zudem Wunden zugefügt, die durch Krankheitserreger infiziert werden können. Besser ist es da, bei Bedarf lieber häufiger zu schneiden, dafür aber jeweils weniger Blattmasse zu entfernen. Besonders kritisch sind Fehler bei der Jungbaumpflege, die dann kaum Chancen haben, ein hohes Alter zu erreichen oder finanziell aufwändig betreut werden müssen. Ein sorgsamer Umgang hingegen spart Kosten und lässt Jungbäume zu schönen Allee-„Riesen“ heranwachsen.

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BUND Sachsen-Anhalt Temine

Donnerstag, 13.7., Sitzung der KG Wittenberg, 19 Uhr, Hofwirtschaft Wittenberg

 

Mittwoch, 19.7., urlaubsbedingt keine Landesvorstandssitzung

 

Samstag, 22.7., Bandi-Biber-Cup am Grünen Band aktives Naturquiz für die ganze Familie, 13.30 Uhr –16:30 Uhr, NUR MIT ANMELDUNG bis zum 17.07. unter ute.machel@bund-sachsen-anhalt.de oder unter 0160 44 00 376

Wasserfeste Schuhe (Gummistiefel), wetterfeste Kleidung, Mückenschutz & bei Bedarf Handschuhe werden empfohlen.

 

Donnerstag, 10.8., BioAbendMarkt, 16-20 Uhr, Schellheimer Platz

 

Mittwoch, 16.8., Landesvorstandssitzung, 17.30 Uhr, Landesgeschäftsstelle Magdeburg

 

Samstag, 19.8., Arbeitseinsatz für den Schlossberg Quedlinburg, 9-12 Uhr, Treffpunkt Weinberg „99 Reben“, Wassertorstraße

 

Freitag, 25. 8., Klamotten Tauschrausch, Secondhand-Abend mit Film, ab 17 Uhr, Kulturzentrum Reichenstraße 1, Quedlinburg

Impressionen von der Fahrradtour gegen die Deponie begann in Lützen bei YouTube...

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