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Neues Leben im alten Fluss - Revitalisierung der „Dornburger Alten Elbe“

Foto 1: Intakter Abschnitt der Dornburger Alten Elbe im Frühjahr

Was fehlt der "Alten Elbe"?

Altwässer gehören in die Aue wie das Wasser zum Fluss. Die natürliche Dynamik eines Flusses schafft diese besonderen und vergänglichen Biotope. Verschwindet ein Altwasser so wird eines an anderer Stelle wieder entstehen. Dieses natürliche Gleichgewicht ist durch den Menschen und sein Schutzbedürfnis gestört.

Hochwasserschutzbauwerke und die Gewässerunterhaltung für die Schifffahrt legen den Lauf unserer Flüsse fest. Es muss unser Ziel sein die Bedürfnisse der Menschen zu achten und der Natur ihren Raum zu geben. Die bestehenden Altwässer müssen erhalten werden.Die Dornburger Alte Elbe ist das größte Altwasser im Biosphärenreservat Mittlere Elbe - und sogar deutschlandweit. Doch der Erhalt dieses Gewässers ist durch viele Faktoren bedroht. So ist die Durchgängigkeit durch Schüttdämme, Straßendämme und Hochwasserschutzbauwerke gestört, es fehlen Gewässerschonstreifen, so dass Nährstoffe aus diffusen Quellen ins Gewässer gelangen. Diese gestörte hydrologische Situation beschleunigt das Verschwinden eines Großteils der 20km langen Dornburger Alten Elbe.

Was ist der „Gute ökologische Zustand“?

Foto 2: Krebsscherenbestände wie an der Alten Elbe sind in Deutschland immer seltener

Der „Gute ökologische Zustand“ zeigt sich durch eine hohe Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Diese wird erreicht, wenn die Verlandung zurückgedrängt wird, reine Schilf und Rohrkolbenbestände verschwunden sind und der Wasserhaushalt der Alten Elbe verbessert wird.

Die Alte Elbe ist ein bedeutender Fischlebensraum, zum Beispiel für den Steinbeißer. Außerdem leben Fischotter und Biber hier und im Jahr 2000 wurde die als „verschollen“ geltende Europäische Sumpfschildkröte hier wieder entdeckt. Weitere besondere Arten, wie Froschbiss, Wasserlinse und Krebsschere bieten Lebensraum für die extrem seltene Grüne Mosaikjungfer. Diese Vielfalt zeigt sich jedoch nicht in allen Bereichen, die meisten Arten fehlen in den stark verlandeten Bereichen zwischen Elbenau und Pechau und lassen einer hohen Artenvielfalt in den unterschiedlichen natürlichen Altwasserstadien wenig Raum.

Was ist das Ziel?

Foto 3: Die Europäische Sumpfschildkröte – Diese wurde im Jahr 2000 an der Dornburger Alten Elbe entdeckt

Zielstellung der Revitalisierungsmaßnahmen ist die Schaffung eines Altwassers mit allen Phasen des natürlichen Alterungsprozesses.

Wir wollen ebenso eine hohe Artenvielfalt der Flora und Fauna, ein gesteigertes Erholungspotential für die Bewohner im Einzugsgebiet der Alten Elbe wie auch eine verbesserte hydrologische Situation in Trockenperioden und bei Hochwässern für die Landwirtschaft und die Siedlungen erreichen. Und das alles mit einem möglichst geringen Unterhaltungsaufwand in der Folge der Maßnahmen.


Was ist zu tun?

Abbildung 1: Flächen unter besonderem Verlandungsdruck

1. Entschlammungsmaßnahmen
Die Schlammmächtigkeiten betragen zwischen 1,5 und 2,5 m. Der Wasserspiegel über dem Schlamm hat je nach Jahreszeit und Verlandungsgrad eine Höhe von teilweise nur 30 bis 50 cm. Außer dem Einfluss auf die Ökologie ist vor allem der Rückhalt von Grundwasser durch den Schlamm ein großes Problem für die angrenzenden Flächen. Das Grundwasser kann nur sehr langsam in Richtung Elbe abfließen. Eine Entschlammung würde also gerade für die unter hohen Grundwasserständen leidenden Felder und Siedlungen eine enorme Entlastungswirkung zur Folge haben.

Wo soll entschlammt werden? 1. Am Mönchsgraben bei Pechau, 2. zwischen Pechau und Randau, 3. südöstlich von Randau. Hier wird der Schlamm auf ein so genanntes Spülfeld ausgebracht, die Flächen sollen der Auwaldentwicklung dienen. 4. muss der Verschlammungsgrad in der Elbenauer Schweiz bis zum Haberlanddamm verringert werden. Hier könnte die Verlandung durch den Einsatz von großen Pflanzenfressern, zum Beispiel Wasserbüffel, zurückgedrängt werden. Ein Spülfeld für eine Entschlammung ist allerdings ebenfalls eine Option.

Die Verlandung kann durch Entschlammung zurückgedrängt werden, die Nährstoffzufuhr aus der Landwirtschaft muss durch Gewässerschonstreifen verhindert werden und eine mögliche Einleitung von Elbwasser am Haberlanddamm wirkt sich durch einen Sedimentabtransport verjüngend auf die Alte Elbe aus. Dabei ist es wichtig, dass die Interessen der Bürger und Landwirte an der Alten Elbe nicht gestört werden. Die Hilfe bei den Lösungen, gerade aus den Reihen der Landwirte, wird besonders wichtig sein.

Der Niedrigwasserstand im Altwasser in Trockenperioden ist durch die Schlammentnahme kein großes Problem mehr, da in etwa die natürliche Sohlhöhe von vor 130 Jahren wieder hergestellt wird. Die Wassertiefe vergrößert sich obwohl der Wasserstand nicht erhöht wird.

Foto 4: Intensive Landwirtschaft bis an die Ufer als Problemfaktor

2. Gewässerschonstreifen
Wind und Regen transportieren die Nährstoffe von den Feldern in die Gewässer. Gewässerschonstreifen helfen dem Landwirt die wichtigen Nährstoffe auf den Feldern zu sichern und schützen die Alte Elbe vor der Überdüngung. Besonders wichtig sind diese Schonstreifen zwischen Elbenau und Pechau, dort ist die Verlandung am stärksten zu beobachten. Schonstreifen sind auf einer Gesamtlänge von rund 9km Ufer bei einer Breite von 20m an beiden Ufern nötig, da die Alte Elbe nicht, bzw. nur sehr langsam durchflossen wird und die Selbstreinigungskraft viel zu gering ist. 

Abbildung 2: In den markierten Abschnitten ist die Schaffung von Schonstreifen besonders dringlich

Die Schonstreifen werden mit auetypischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt und teilweise der natürlichen Sukzession überlassen. Das Gewässer soll erlebbar werden, eine vollständige Trennung und optische Abschirmung des Gewässers wollen wir nicht. So kann die bestehende Streuobstwiese am linken Altwasserufer bei Randau erweitert werden und unterhalb des Haberlanddamms kann der Gewässerschonstreifen ebenfalls als Streuobstwiese die Landschaft auflockern.
Mit dem Anlegen von Gewässerschonstreifen wird das Landeswassergesetz umgesetzt.


3. Wasserbauliche Maßnahmen
Unnötige Rohrdurchlässe und Schüttdämme werden durch Furten oder Brücken ersetzt. Um die Alte Elbe queren zu können, wurden an verschieden Stellen Schüttdämme errichtet. Diese zerstören einerseits die ökologische Durchgängigkeit, andererseits sorgen sie für einen Wasserrückhalt so wie ihn das Ökosystem benötigt. Die Wasserableitung erfolgt an Rohrdurchlässen. Werden diese durch geeignete Brücken oder durch Furten ersetzt, sind sowohl die Querung der Alten Elbe als auch der Wasserrückhalt und die ökologische Durchgängigkeit gewährleistet.
Des Weiteren soll die Möglichkeit der Wassereinleitung am Haberlanddamm (Elbwasser) oder durch bestehende Entwässerungsgräben (anstehendes Grundwasser) im Gebiet genutzt werden.

Die Entwässerung des Gebietes mit Hilfe der entschlammten Alten Elbe ist besonders effektiv, wenn ein Auslassbauwerk an der ehemaligen Mündung der Alten Elbe in die Elbe geschaffen wird. Der den Abfluss störende HW-Schutzdeich in der Magdeburger Kreuzhorst soll durch eine verschließbare Öffnung die Entwässerung nach Hochwässern oder lang anhaltenden Niederschlägen im Gebiet zwischen Umflutkanal und Elbe ermöglichen.

Alle genannten Bausteine wirken gemeinsam am effektivsten und sichern eine nachhaltig wirksame Revitalisierungsmaßnahme.



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Samstag, 17.6., Kreisgruppe Magdeburg Arbeitseinsatz im Ökogarten, ab 13.30 Uhr, mit anschließendem Grillen, Klosterwuhne

 

Sonntag, 9.7., Elbebadetag in Magdeburg, 12-17 Uhr, Cracauer Wasserfall

 

Mittwoch, 21.6., Sitzung des Landesvorstands, 17.15 Uhr, Landesgeschäftsstelle Magdeburg

 

Freitag, 23.6., LAK Energie, 18 Uhr, Landesgeschäftsstelle

 

Donnerstag, 10.8., BioAbendMarkt, 16-20 Uhr, Schellheimer Platz

 

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