Sie befinden sich hier:

Cheiner Torfmoor

Lage
Das Cheiner Torfmoor befindet sich in Sachsen-Anhalt im Landkreis Salzwedel, ca. 7 km nordöstlich der Stadt Salzwedel. Es erstreckt sich mit Randzonen über eine Fläche von etwa 400 ha. Das Cheiner Torfmoor ist eines von mehreren Quellmoorkörpern, welche sich perlenschnurartig entlang dem südlichen Rand der Dumme-Grenzgraben-Niederung ziehen. Die Dumme markiert die nördliche Grenze des Moorkörpers. Im Süden reicht das Cheiner Torfmoor bis zur Ortschaft Cheine und im Westen erstreckt sich der Stadtforst Salzwedel.

 

Landschaft

In den südlichen Regionen des Moores wird die Landschaft von großräumigen Wiesen geprägt. Mit einigen Sträuchern und Hecken an den Wegen, werden diese üppigen Weiten wieder aufgelockert. Im Norden kann man ein gegenteiliges Bild bestaunen. Eine kleinparzellierte und mosaikartige Landschaft wird hier von Weidenhecken umrahmt. Die Hecken konnten sich an den Böschungen der Entwässerungsgraben etablieren und gedeihen.
Im ganzen Jahr kann man sich an einer wunderschön erblühten Landschaft die Augen weiden. Die Wiesen werten den Gesamteindruck mit schönen und unterschiedlich buntem Blühaspekten auf.
Im Frühjahr treten neben den verschiedenen Grüntönen, hauptsächlich gelbe und rosa Farbtöne auf. Später im Jahr kann man vielerorts dann rötliche Farbtupfer erblicken, die Blüten des Wiesenampfers und des Wiesenfuchsschwanzes. In dieser Zeit besonders hervorstechend sind die gelben Blütenstände des Ruchgrases.

Im weiteren Verlauf des Jahres treten auch violette Punkte auf, dann ist die Zeit der Disteln gekommen. Kleine violette Inseln in einem grünen Meer, erfreuen die Augen der Spaziergänger. Vor dem Herbst noch, bleiben einige gelbe, rosa und violette Blüten übrig und die Kohldistel fängt an gelb zu blühen.
Im Norden etwas östlich gelegen, prägt ein ausgedehnter Erlenbruchwald die Landschaft. Westlich des Waldes dominieren Schilfbestände und Weidensümpfen die fließende Übergänge zum Grünland bilden. An besonders feuchten Stellen trifft man hier auf Schilfröhricht und Großseggenrieder. Diese Kombination vermittelt einen Eindruck von Wildnis in dem Gebiet.


Nutzung
Die Landschaft des Cheiner Tormoores ist stark von menschlichen Einflüssen geprägt. In den letzten Jahrhunderten fand hauptsächlich Grünlandwirtschaft statt. Flächen nah an den Ortschaften wurden durch Vieh beweidet. Das Kerngebiet des Moors wurde in kleine Parzellen geteilt und für Mähwiesen genutzt. Als in den 20er und 30er Jahren die Arbeitsquartiere aufgebaut wurden, wurden sogenannte Beetgräben im Torfmoor ausgegraben. Der Aushub diente als Mutterboden für die Beete der Arbeiter. Auch erfolgte eine Abtragung von Torf für den Eigenbedarf der Dorfbewohner. Nach dem Krieg wurde dann Torf aus dem nordöstlichen Teil des Moors, industriell abgebaut durch die Torf-GmbH, um Brennstoff für die Stadt Salzwedel zu gewinnen. Seit 1960 wurde das Moor intensiv bewirtschaftet. Fortan wurde auf allen Flächen in regelmäßigen Abständen Mineraldünger aufgetragen. Nur das nördliche Drittel des Gebietes wurde von einer Bewirtschaftung verschont, infolge der Grenzabsicherung. In diesem Drittel wurde ein Grenzschutzzaun errichtet.
Nach der Wende wurden die Flächen zunächst für 2-3 Jahren stillgelegt. Ab 1992 begann wieder eine Bewirtschaftung im Rahmen des "Kräuterheu-Schutzprogrammes". Die heutigen Bewirtschaftungsformen sind:

 

    • extensiven Mähwiesen des "Kräuterheu - Schutzprogramms"
    • intensive Mähwiesen und Weiden mit einer Besatzdichte von ca. 2,5 Rindern pro ha.
    • Brachen
    • Röhrichtflächen  

Aus diesen Gründen setzt sich die Vegetation des Cheiner Torfmoors aus anthropogene Ersatzgesellschaften zusammen.

 

Tierarten im Cheiner Torfmoor

Das Cheiner Torfmoor bietet einer Vielzahl von Tierarten einen Lebensraum. Im Besonderen für Amphibien und Vögel. Beispiele für Amphibien und Reptilien sind Gras-, Laub- und Moorfrösche, Bergeidechsen, Ringelnattern und Kreuzottern, Beispiele für Vögel sind Kranich, Tüpfelsumpfhuhn und Bekassine. Eine seltene Insektenart, die hier vorkommt ist der Moorscheckenfalter.

Pflanzen

 

Der Bestand an Vegetation im Cheiner Torfmoor ist einer der artenreichsten und wertvollsten im Landkreis Salzwedel.

Unter anderem konnten in den letzten Jahren Arten nachgewiesen werden, die sich auch auf den Roten Listen der vom Aussterben bedrohten Pflanzen befinden. Dazu gehören: Pillenfarn (Pilularia globulifera), Quellgras (Catabrosa aquatica), Quellkraut (Montia fontana) und Sumpf-Greiskraut (Senecio paludosa). Zum Erhalt dieser Arten gibt es spezielle Nutzungsauflagen an ausgewählten Gräben wie dem Kaiserdammgraben, Brietzer Mühlengraben, Cheiner Wasser und Torfgraben. Hierfür werden einige Abschnitte von der Vegetation regelmäßig freigeschnitten, um den betroffenen Arten Platz zu geben. So können sie vor Überwucherung zum Beispiel durch Brennnesseln geschützt werden. Beim Freischneiden wird darauf geachtet, Exemplare der betreffenden Arten zu erhalten. Dies stellt hohe Anforderungen an die ausführenden Personen.

Einige, aus naturschutzfachlicher Sicht besonders wertvolle Pflanzen:

 

  • Sumpf-Schafgabe (Achillea ptarmica)
  • Sumpf-Dreizack (Triglochin palustre)
  • Grünliche Gelbsegge (Carex demissa)
  • Sumpf-Lappenfarn (Thelypteris palustris)
  • Fiberklee (Menyanthes trifoliata)
  • Schild-Ehrenpreis (Veronica scutellata)
  • Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris)
  • gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum)
  • Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum)
  • Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)

Biotope am Cheiner Torfmoor

Niedermoor 

Niedermoore entstehen meistens im Verlandungsbereich von Gewässern oder an Quellen. Das Gelände des Cheiner Torfmoores befindet sich in einer Senke, in die das Grundwasser der Umgebung hineinsickert. Aufgrund der ständigen Vernässung ist hier über viele Jahrhunderte hinweg ein Torfkörper mit einer Mächtigkeit von bis zu drei Metern entstanden. Dieser besteht hauptsächlich aus dem organischen Material abgestorbener Pflanzen, welches durch das Wasser bedingt nicht mineralisiert wurde. So speichert der Moorkörper in großen Mengen Wasser, organisches Material (Kohlenstoff) und Nährstoffe.

 

Eine Voraussetzung für die Nutzung durch den Menschen ist immer die Entwässerung des Moorkörpers. Dies hat zur Folge, dass die Torfmoose von anderen Pflanzen verdrängt werden. Das organische Material beginnt sich zu zersetzen was auch zur Freisetzung großer Mengen CO2 führt. Während der Torf abgebaut wurde, zum Beispiel um als Gartenerde genutzt zu werden, ging auch der Lebensraum für eine Vielzahl von hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten verloren.

 

Im Bereich des Grenzstreifens im Cheiner Torfmoor sind diese entwässerten Flächen nach dem Krieg brach gefallen. Solche Brachen entwickeln sich jedoch nicht von selbst wieder in ihren natürlichen Ursprungszustand zurück, da die Entwässerungsgräben ja blieben und für eine erneute Moorbildung das Wasser fehlte. Für eine erfolgreiche Renaturierung des Lebensraumes muss regulierend in den Wasserhaushalt eingegriffen werden. Dabei ist es auch nicht sinnvoll, die Entwässerungsgräben einfach wieder zu verschütten. Im Cheiner Torfmoor werden ja viele Flächen noch extensiv wirtschaftlich genutzt. Durch eine sinnvolle Steuerung der Wasserabflüsse von den einzelnen Teilflächen mittels Schiebern ist es möglich, dass allen Naturschutz und Nutzungsansprüchen gerecht werden kann. Diese Aufgabe wird von Mitgliedern des BUND verantwortungsvoll ausgeführt.

 

Pflanzengesellschaften
Wird die heutige Situation aus anthropogenen Grünland-Ersatzgesellschaften der Sukzession überlassen, dann würde sich auf den basenreichen, feucht-nassen Niedermoorböden ein Erlenbruchwald des Verbandes Anion glutinosae als heutige potentielle natürliche Vegetation etablieren. An den Quellbereichen würde sich ein Unterverband von Cardamino amora ausbreiten, an dem entwässerten Torfmoor wäre ein Wald aus Traubenkirschen, Erlen und Eichen anzutreffen.  

Es ist anzunehmen, dass aufgrund bestimmter Ereignisse wie beispielweise, Kalamitäten und Alterswandel, im Wald offene Strukturen mit Grünlandcharakter entstehen. Ein Bild von einem mosaikartigen Wald würde sich ergeben.

 

Die gegenwärtige Lage zeigt ein Bild aus artenreichen Pflanzengesellschaften wie die Angelo-Cirsitum oleracei in den extensiv bewirtschafteten Grünlandstandorten. Des Weiteren findet man in den intensiv bewirtschafteten Grünlandflächen, aufgrund des Nährstoffreichtums, die Ranunculus repens-Alopecuretum geniculati Gesellschaften. In den Wiesenmulden wachsen besonders Flutrasen und an besonders feuchten Standorten findet man Juncus acutiflorus.

 

In den Sukzessionsflächen ehemaliger Feuchtwiesen beherrschen Rohrglanzgras (Phalaria arundinacea), Sumpfsegge (Carex acutiformis) und Rispensegge (Carex paniculata) das Bild.

 

Weitere Biotope, die am Cheiner Torfmoor zu finden sind:

 

  • Sümpfe und Niedermoore
  • Röhrichte
  • Sumpfwälder
  • Hecken und Feldgehölze


Spenden

Spendenkonto des
BUND Sachsen-Anhalt e.V.
Volksbank Magdeburg
IBAN:
DE36 8109 3274 000 1669 800
BIC: GENODEF1MD1

BUND Sachsen-Anhalt Temine

Freitag bis Sonntag, 16.-18.6. BUND-Stand auf dem Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben, Lindenallee

 

Samstag, 17.6., Kreisgruppe Magdeburg Arbeitseinsatz im Ökogarten, ab 13.30 Uhr, mit anschließendem Grillen, Klosterwuhne

 

Sonntag, 9.7., Elbebadetag in Magdeburg, 12-17 Uhr, Cracauer Wasserfall

 

Mittwoch, 21.6., Sitzung des Landesvorstands, 17.15 Uhr, Landesgeschäftsstelle Magdeburg

 

Freitag, 23.6., LAK Energie, 18 Uhr, Landesgeschäftsstelle

 

Donnerstag, 10.8., BioAbendMarkt, 16-20 Uhr, Schellheimer Platz

 

Möchten Sie ein besonderes Geschenk machen?

Wie wäre es dann mit einem bleibenden Wert - einer Alleenpatenschaft.

Der BUND unterstützt die "Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschen­feind­lichkeit und Gewalt".

Intranet

Hier gelangen Sie zur Anmeldung für den internen Bereich.
(www.bund-intern.net)

Suche

Metanavigation: