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Beängstigend: Seit Jahren auffälliges Bienensterben

Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und BUND mit „More than Honey“ dem Rätsel auf der Spur

Die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und der BUND Sachsen-Anhalt e.V. zeigen am 14. Februar um 18:15 Uhr den Film „More than Honey“ mit anschließendem Filmgespräch auf dem Moritzhof in Magdeburg. Der Dokumentarfilm geht dem seit einigen Jahren vermehrt auftretenden Phänomen des massenhaften Sterbens der westlichen Honigbiene, dessen Ursachen nach wie vor nicht gänzlich geklärt sind, auf den Grund. Im Anschluss können die Zuschauer mit Ralf Bertram, 2. Vorsitzende des Imkerverband Sachsen-Anhalt e.V. und Nils Rosenthal, Landesfachgruppe Landwirtschaft BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN sowie Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer des BUND Sachsen-Anhalt e.V., in Gespräch kommen.
 

Über ein Drittel der Nahrungsmittel, die wir täglich zu uns nehmen, ist abhängig von Bestäubung durch Bienen; so soll Albert Einstein einst gesagt haben: „wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus“.
Umso erschreckender erscheint die Tatsache, dass Wissenschaftler seit mehreren Jahren ein massenhaftes Sterben der westlichen Honigbiene vermerken. Das in der Fachsprache als CCD (Colony Collapse Disorder) bezeichnete Phänomen nimmt in Europa stetig zu; stärker noch tritt es in den USA in Erscheinung.
Der einst für einen Oscar nominierte Regisseur Markus Imhoof (Das Boot ist voll) geht in seinem aktuellen Dokumentarfilm More than Honey dem Bienensterben auf den Grund. Dabei setzt er sich sowohl mit traditioneller Imkerei, als auch mit industrieller Bienenzucht auseinander. Imhoof entführt den Zuschauer / die Zuschauerin auf eine Reise in die faszinierende Welt der Honigbiene, die beispielsweise die phänomenale Intelligenz oder das bewundernswerte soziale Zusammenleben des winzigen Geschöpfes preisgibt. Nicht zuletzt werden in More than Honey dank modernster Kameratechnik atemberaubende Bilder präsentiert.
Die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und der BUND Sachsen-Anhalt e.V. freuen sich bereits auf ein gemeinschaftliches Entdecken des Naturwunders Honigbiene!

Pressekontakt:
Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer des BUND Sachsen-Anhalt,
Tel: 0391/563078-10,
Funk 0160-7155064 

Vorläufiges Fracking- Aus in Sachsen- Anhalt

Internes BUND Gespräch mit BNK Petroleum hat dem kanadischen Mineralölkonzern deutlich gemacht, dass die „allgemeinen Rahmenbedingungen“ in Sachsen- Anhalt wohl ungünstig sein dürften / BUND gratuliert BNK zu dieser zukunftsweisenden Entscheidung!

Magdeburg, 29.01.13: Am gestrigen Tage erklärte der kanadische Mineralölkonzern BNK telefonisch gegenüber dem BUND Sachsen- Anhalt e.V., dass auf Grund des Widerstandes gegen die geplante Erschließung eines Erdgasfeldes im Harzvorland und in Thüringen, diese Gebiete im internen Ranking auf den letzten Platz gerutscht seien und daher das Vorhaben endgültig aufgegeben werde. Nichts desto trotz sei dem Konzern an weiteren Gesprächen, insbesondere mit dem Geschäftsführer des BUND Sachsen- Anhalt e.V. gelegen.       

Dieser kommentierte die Entscheidung von BNK mit den Worten: „Offenbar liegt den VertreterInnen der Wirtschaft nicht nur etwas an sachlichen Gesprächen mit dem BUND Sachsen- Anhalt e.V., um den Schein der Gesprächsbereitschaft zu wahren, sondern die Argumente des BUND werden ernst genommen und Entscheidungen sogar gegebenenfalls auch im Sinne dieser Beratungen gefällt. Das“, so Wendenkampf weiter,  „unterscheidet BNK Petroleum von so manchem Vertreter und mancher Vertreterin des Landespolitik“. 

Zum Hintergrund: 

Beim „Hydraulic Fracturing“ oder „Fracking“ werden Gesteinsformationen zerstört, um Erdgas zu lösen. Unter hohem Druck wird hierbei ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in das umliegende Speichergestein gepresst. 
Durch diese rabiate Technik werden nicht allein die Grund- und Trinkwasservorkommen akut von Verunreinigung bedroht – sie erfordert einen immensen Wasserverbrauch, beansprucht riesige Flächen und erhöht die Gefahr von Mikrobeben oder Bergsenkungen.
Des Weiteren gibt es bis dato keine klaren und zufrieden stellenden Pläne, wie Abfälle und Abwässer, wie sie beim Fracking anfallen, entsorgt werden können.
Große Mengen Brauchwasser und Bohrschlamm, die mit giftigen und teils radioaktiven Mineralien, Schwermetallen und Salzen belastet sind und über weite Strecken transportiert, verarbeitet und entsorgt werden müssten, stellen genau wie „konventioneller“ Atommüll eine nachhaltige Gefahr für uns und zukünftige Generationen dar.

Das Umweltbundesamt veröffentlichte im August 2012 ein umfassendes Gutachten zu den Risiken des Hydraulic Fracturing. Hierin wurden wir in unserer Befürchtung, dass im Zuge des Frackings mitunter undichte Stellen entstehen können und so giftige Chemikalien in das umliegende Gestein und Erdreich austreten, bestätigt.
Auch eventuelle Unfälle bei Transport, Lagerung und Entsorgung wurden bei der Risikobewertung des Gutachtens völlig zu Recht mit einbezogen.

Das Umweltbundesamt legte nahe, dass Fracking keineswegs ohne eine genaue Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen sollte und in Trinkwasserschutzgebieten generell zu verbieten sei.

Oliver Wendenkampf, Funk: 0160-7155064

„Fleischatlas“ stellt globale Auswirkungen des steigenden Fleischkonsums dar.

Heinrich-Böll-Stiftung und BUND fordern Kehrtwende in der Agrarpolitik

Berlin: Im Durchschnitt isst jeder Deutsche in seinem Leben 1094 Tiere, verteilt auf vier Rinder, vier Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Mit einem jährlichen Fleischverzehr von rund 60 Kilogramm essen die Deutschen doppelt so viel Fleisch wie die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. In den ärmsten Ländern der Welt liegt der Fleischkonsum unter 10 Kilogramm pro Jahr. Zugleich produzieren deutsche Fleischfabriken etwa 17 Prozent mehr Fleisch als verzehrt wird. Fast zwei Drittel der hiesigen Agrarflächen dienen inzwischen der Erzeugung von Futtermitteln. Diese und viele weitere Zahlen und Fakten enthält ein „Fleischatlas“, der in Texten und Grafiken die globalen Zusammenhänge der Fleischerzeugung aufzeigt und von der Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegeben wurde. 

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: „Die intensive Fleischproduktion ist nicht nur qualvoll für die Tiere und belastet die Umwelt, sondern verschlingt gleichzeitig riesige Mengen an Rohstoffen, die wir als Futtermittel aus Ländern des globalen Südens importieren. Nach China ist Europa der größte Importeur von Soja. Argentinien und Brasilien erweitern in großem Stil ihre Anbauflächen für die Sojaproduktion. Das liegt fast ausschließlich am Sojahunger unserer Schlachttiere. Der steigende Fleischkonsum macht Land mehr denn je zu einem wertvollen Gut“, so Unmüßig weiter. Dies habe verheerende Folgen: „Mittlerweile nutzen wir nahezu ein Drittel der weltweiten Landflächen für die Futtermittelproduktion, während die Kleinbauern zunehmend ihr Land und damit ihre Nahrungs- und Existenzgrundlage verlieren. Das Schnitzel auf unserem Teller geht also nicht selten auf Kosten der Ernährungssicherheit zahlreicher Menschen im Süden dieser Welt“, kritisierte Unmüßig. 

"Wir brauchen eine Kehrtwende in der Agrarpolitik. Das heißt: Subventionen für die intensive Fleischproduktion streichen, Landnahme im Süden verhindern, die kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern und das Menschenrecht auf Nahrung endlich ernst nehmen", forderte Unmüßig. 

Der Fleischatlas zeigt auch, wie hoch der Einsatz von Antibiotika zur Gesunderhaltung der Tiere in der globalen Massenproduktion von Fleisch ist. Im weltweiten Ranking liegt Deutschland mit geschätzt etwa 170 Milligramm eingesetzten Antibiotika pro Kilo erzeugtem Fleisch auf einem der vorderen Plätze. Ergebnis davon ist die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen. Europaweit sterben im Jahr rund 25000 Menschen auf Grund von Antibiotika-Resistenzen. 

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kritisierte in diesem Zusammenhang Agrarministerin Ilse Aigner: „Deutschland scheint Exportweltmeister bei Hühnern und Schweinen werden zu wollen. Es werden weiter neue Megaställe gebaut, deren Förderung Fleisch beim Discounter scheinbar billig macht. Tatsächlich zahlen die Verbraucher einmal beim Kauf des Fleisches, dann mit Steuergeld für neue Ställe und Schlachthöfe und drittens für die Umwelt- und Gesundheitsschäden. Bundesagrarministerin Aigner hat es nicht geschafft, hier Veränderungen einzuleiten“, sagte der BUND-Vorsitzende. 

Der BUND setze sich dafür ein, bei der laufenden EU-Agrarreform die Vergabe der 60 Milliarden Euro Subventionen an strenge Umwelt- und Tierschutzauflagen zu binden. „2013 muss die Bundesregierung zeigen, dass sie Lokomotive der EU-Agrarreform ist und nicht deren Bremserin“, sagte der BUND-Vorsitzende. Deshalb werde sein Verband anlässlich der „Grünen Woche“ in Berlin am 19. Januar gemeinsam mit einem breiten Bündnis eine große Demonstration für Korrekturen der deutschen und europäischen Agrarpolitik durchführen. 

Den „Fleischatlas“ finden Sie im Internet zum Download unter: www.bund.net/fleischatlas und www.boell.de/fleischatlas

Pressekontakt:
Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 030-27586-481, Mobil: 0175-7263779, E-Mail: reinhild.benning@bund.net;
Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-464,
Mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net bzw.
Dr. Christine Chemnitz, Heinrich-Böll-Stiftung, Referentin Internationale Agrarpolitik, Tel. 030-28534312, E-Mail: chemnitz@boell.de;
Ramona Simon, Pressesprecherin Heinrich-Böll-Stiftung, Tel. 030-28534-202, Mobil: 0160-3657722, E-Mail: simon@boell.de, www.boell.de 



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